Hier finden Sie den "BriefBlog" von Andrea Karimé aus Köln und Saskia Hula aus Wien.
Im Gegensatz zu einem "normalen" Blog (-> de.wikipedia.org/wiki/Blog) schreiben in einem BriefBlog genau zwei "Blogger". Ein BriefBlog entspricht also einem öffentlich zugänglichen Briefwechsel zwischen zwei Personen, die sich über verschiedene Themen austauschen. Dadurch können Sie an den Gedanken und Diskussionen der beiden erfolgreichen Kinderbuch-Autorinnen teilhaben. Viel Spass beim Blick hinter die Kulissen ;-)
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Saskia Hula am 30.4.2012 |
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Liebe Andrea, ach, du bist schon wieder weg! Drum ist es so still um dich herum! (Für dich fühlt es sich wahrscheinlich weniger still an ;-)) Herzlichen Glückwunsch zum durchgesetzten Titel! Der ist ja wirklich schön und macht neugierig! Wie lang ist er denn jetzt geworden? Wenn er richtig lang ist ... Dabei kommt mir dein Onkel Mustafa schon so lang vor! Ich könnte heute einen wunderbaren Blog zum Thema "Wandertage und Lehrausgänge in Wien" schreiben, und ich bin auch ganz sicher, dass die Welt dringend diesen Blog braucht - ich jedenfalls hätte ihn bei der Planung meines heutigen Wandertages gerne gelesen, dann hätte ich mir den schlechten Spielplatz in der prallen Sonne gespart und wäre gleich zum guten gegangen ... Außerdem könnte ich einen interessanten Blog zum Thema "Gärtnern im April" schreiben. Wobei mir einfällt: Wieso gibt es überall bereits seit Wochen Gemüsepflanzen zu kaufen, die man erst ab Mitte Mai ins Freie setzen darf? Ich meine, wer hat schon ein Glashaus? Ich habe jedenfalls frohgmut einen wunderschönen Kreis aus gelben Tagetes um mein Stachelbeerbäumchen gesetzt, die noch in der folgenden Nacht erfroren sind. Obwohl ich es hätte besser wissen müssen! Aber das alles nur nebenbei. Selbstverständlich kann ich auch einen Blog zum Thema Kinderliteratur schreiben. Wobei ich gestehen muss: So zwingende Punkte wie bei den anderen Themen fallen mir da gerade nicht ein. Meine schöne Idee vom letzten Mal habe ich fertig geschrieben und auch schon weggeschickt. Und neue Idee hab ich grad keine. Abgesehen davon hab ich auch überhaupt keine Zeit zum Schreiben. Nämlich zum Schreiben für die Öffentlichkeit. Ich muss ganz dringend den Text für die Prinzessin auf der Erbse schreiben, für meine Schulkinder! Ich muss fremde Texte begutachten, ich sollte ganz schnell einer Schulklasse antworten, die mir schon vor einem Monat (Oh, Schande!) 25 Briefe geschrieben hat, ich sollte auf Lesungsanfragen reagieren und dann brauche ich natürlich unbedingt neue Tagetes ... Ich hoffe, du nimmst mich trotzdem weiterhin als Kollegin ernst! Sicher fällt mir bald wieder mal was ein. Liebe Grüße, Saskia |
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Andrea Karimé am 22.4.2012 |
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Liebe Saskia, genau, Steuer ade. Das hat echt Zeit gekostet. Und Nerven. Und nun pack ich schon wieder Koffer. Ist es denn die Möglichkeit? Das Kassler "Lesefieber" ruft mich und die Schulkultur in Sankt Gallen. Ein merkwürdiges Gefühl: Kaum zuhause angekommen, fährt man schon wieder los um einen Lesemarathon zu bestreiten. 23 Lesungen in 10 Tagen. Dabei auch so schöne Sachen wie eine Abendlesung für Eltern der Kinder, die ich am Tag "betextet" habe. Darauf freue ich mich besonders. Inzwischen habe ich auch die neue Vorschau: Der Kinderkrimi mit dem schönen Namen :) "Janni und Win und das Verschwinden der Höckerbande" erscheint im Herbst. Mein erster Kinderkrimi und richtig lang. Ansonsten schreib ich ja lieber kürzere Texte. Ich brauch so lang bis was fertig ist:):)
Aber: Jetzt kann es weitergehen im aktuellen Manuskript. Die Zeit unterwegs nutze ich um alte gute Freunde zu treffen und die Geschichte immer wieder zu lesen und in meinem Kopf kreisen zu lassen. Deine Glückssträhne ist toll und inspirierend und ich wünsche noch weitere Glücksträhnen aus Gold und aus Silber in deine Buchstaben gewirkt. Deine Andrea
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Saskia Hula am 14.4.2012 |
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Liebe Andrea! Ich hoffe, du bist guter Dinge aus deinem Steuerberg auf- und in das gesellschaftliche Leben in Deutschland eingetaucht! Schön hast du das gesagt, mit den Ideen, die in den Notizbüchern schlafen und auf den Frühling warten! Da haben wir also einen schönen, großen Komposthaufen im Kopf. Ich sehe die Kürbisse schon sprießen ;-) Ich sitze gerade an einer Geschichte, die sich ziemlich langsam, aber stetig weitererzählen lässt, jeden Tag ein kleines Stück mehr. Leider hab ich gar nicht jeden Tag Zeit für sie, aber sie nimmt es mir zum Glück nicht übel und ist immer brav da, wenn ich komme. Die ersten Sätze dafür sind übrigens auf unserem Seminar in der Türkei entstanden. Mittlerweile hat es sich für mich wirklich bewährt, Anfänge aufzuschreiben, wie sie gerade daherkommen und sie dann immer wieder mal zu betrachten, ein bisschen weiterzuspinnen und irgendwann fertigzuschreiben. Das ist - ein wirtschaftlich gesehen - jetzt keine besonders effiziente Methode, aber sie fühlt sich sehr gut an. Dazu gibt es übrigens ein schönes afrikanisches Sprichwort: "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." Das passt ja auch irgendwie zum Komposthaufen im Kopf. Ich hatte diese Woche eine richtige Erfolgssträhne. Zuerst hab ich erfahren, dass meine beste Bande bereits nach 3 Monaten nachgedruckt wird, außerdem bekomme ich wunderschöne neue Autogrammkarten und schließlich und endlich kam gestern eine wunderschöne Rückmeldung von einem Verlag zu einer Geschichte, und so was ist doch immer einfach nur schön und ein Grund, stillzuhalten, dreimal zu lesen und sich zu freuen. Ja, und nächstes Wochenende halte ich wieder mein Kinderbuchseminar ab, davor habe ich noch Lesungen, das wird also eine echte Kinderbuchwoche. Außerdem bin ich in der Vorbereitung des Theaterstückes, das ich dieses Jahr mit meiner Klasse aufführe, diesmal werden wir ein Märchen spielen, oder sogar zwei, damit möglichst viele Mädchen ihr Prinzessinnenkostüm anziehen können. Ich habe also, wie ich gerade feststelle, jede Menge zu tun und mach mich deswegen gleich mal an die Arbeit. Arbeitssame Grüße und Alles Liebe! Saskia |
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Andrea Karimé am 4.4.2012 |
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Liebe Saskia, ja, ich bin wirklich wieder in Deutschland. Zumindest, wenn man den Blätterhaufen namens Steuern Deutschland nennen möchte, denn in diesem halte ich mich zur Zeit auf. Wenistens raschelt es hübsch hier unterm Papier. Kaum angekommen, wurde ich also mit Pflichten und Unerledigtem sowie schlechtem Wetter belästigt. Unglaublich! Als ob man mit Kofferauspacken und Wohnung bedampfen nicht schon genug zu tun hätte... Aber ich bin dennoch guter Dinge, habe die ganzen Wiedersehensfreuden hinter mir und meinen Kommentar für ein Literaturmagazin fertig. Diesen und jenen Blogbeitrag geschrieben und Unterlagen sortiert. Wenn ich irgendwann aus dem Blätteruntergrund wieder auftauchen sollte, setze ich mich an die Vorbereitung der Lesereisen des Frühjahrs und die Bearbeitung der Radiogeschichte für den Advent. Gänzlich unbeachtet schlummern derweil noch Material und Ideensammlung aus Istanbul. Ich lasse alles in Notizbüchern schlafen und hoffe, dass es, durch Träume angereichert, irgendwann im Mai zu einem schönen neuen Buch erwacht oder auch zu zwei neuen Büchern. Am besten ganz ohne mein Zutun:) Es ist eine Art Kompostieren der Zeit mit gesammelten Geschichten- Wörtern. Geduldiges Nichtstun ist nun angesagt. Schön, dass dein Erstleser ein gestaltetes Bilderbuch wird. Es gibt ja kaum eine schönere wertschätzendere Umgebung für einen Text. Ich freu mich drauf. Warten wir also auf den Geschichten-Frühling. Alles Liebe von Andrea
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Saskia Hula am 27.3.2012 |
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Liebe Andrea! Dann bist du also endlich wieder zu Hause! Das war ja echt eine lange Zeit in Istanbul. Da ist dann wahrscheinlich die Umstellung auf zu Hause auch schon wieder schwierig ... Hier ist der Frühling ausgebrochen, und diese Umstellung ist überhaupt nicht schwierig, finde ich. Das ist überhaupt die beste Zeit im Jahr, finde ich - wenn der ganze Frühling und der ganze Sommer noch vor einem liegen und man sich noch über jedes einzelne grüne Blatt freut! Ich habe gerade eine sehr schöne Nachricht bekommen - eine ganz kleine Erstlesegeschichte, die eigentlich ein unscheinbares Taschenbüchlein hätte werden sollen, bekommt nun so schöne, liebevolle Bilder, dass der Verlag spontan das Format geändert hat, und nun wird es ein richtig gebundenes schönes Buch im Format deiner "Zauberstimme"! Hätte ich das beim Schreiben gewusst, hätte ich natürlich eine viel anspruchsvollere, kompliziertere, subtilere Geschichte geschrieben! Da ich es aber nicht wusste, habe ich mich erstmals ausschließlich auf das Lesenlernen konzentriert und was ein Kind am Anfang so lesen kann und so ist es eben - naja, was soll ich sagen, eine richtige schlichte Erstlesegeschichte. Wobei ich schlichte Erstlesegeschichten ja äußerst sinnvoll finde. Ach, ich liebe diese kleinen Verlage, die die Freiheit haben, ihre Formate zu ändern, wie es ihnen gerade einfällt. Die keine Lektorenkonferenzen brauchen, sondern nur ein Gespräch. Und die jetzt erst ihr Frühjahrsprogramm 2013 planen. Da finde ich den ganzen Buchmarkt irgendwie erträglicher. Letze Woche habe ich übrigens einen tollen Vortrag gehört, von Gabriele Hoffmann aus Heidelberg, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, eben Vorträge über Kinderbücher zu halten, die - man staune und höre! - gut für Kinder sind. (Nicht gut fürs Geschäft, nicht gut für die Verlage, nicht gut für sonstwen, nur gut für die Kinder) Da waren da auch ganz alte Bücher dabei - der Maulwurf Grabowski zum Beispiel und die Henriette Bimmelbahn. Aber auch neue. Viel Gereimtes, viel Rhytmisches. Ich habe gleich ganz furchtbar viele Bücher gekauft - insofern tun diese Vorträge dem Buchhandel ja doch wieder gut. Und meinem Glauben an das Gute im Menschen auch. So, ich mach jetzt mal Schluss, bevor ich mich in Rage rede. (Denn sonst muss ich dir jetzt noch von der GROTTENSCHLECHTEN Ausstellung erzählen, die ich heute im Wiener Kindermuseum mit meiner Klasse besucht habe - eine Ausstellung, bei der man den Glauben an die Menschheit und eine positive Zukunft innerhalb weniger Sekunden verliert, so grauenhaft, so dämlich, so billig, so sinnlos, so schädlich ... Und dafür werden meine Steuergelder verwendet! Ich kriege da echt die Krise!!!) Alles Liebe! Saskia |
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Andrea Karimé am 19.3.2012 |
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Liebe Saskia, ich probier Tage auch nur noch an, keiner passt wirklich! Ein sehr schönes Bild, auf einen Kleiderhaken gehängt wirkt es in meiner Istanbuler Wohnung hoffentlich Wunder. Denn hier ist die Schreiblosigkeit ausgebrochen. Eigentlich schreibe ich ja sogar, aber nur Ideen und Notizen usw. Und ansonsten kann man endlich vernünftig durch die Stadt; es wird warm. Grad in meiner letzten Woche. Der Winter war hier so hart, dass jeder Sonnentag nun boshaft kichert. Also gut! Ich hör nicht hin. Es war wirklich ein Norweger Winter hier. Soviel Schnee und Eis hab ich selten erlebt. Mit den Abrechnungen ist echt nicht immer nur gut Kirschen essen. Meistens rechne ich automatisch den Stundenlohn aus und lache, und dann frage ich mich warum ich das eigentlich alles mache. Ja, warum eigentlich? Ich denk mal drüber nach :) Hier versuche ich alles zu einem einigermaßen runden Abschluss zu bringen: Die Recherche, die erste Fassung und die Türkischprüfung. Letzteres ist wirklich die größte Herausforderung. Es hat aber im Prinzip sehr viel mit meiner Arbeit als Kinderbuchautorin zu tun. Tatsächlich regnet es immer Ideen wenn ich eine neue Sprache lerne oder beim Reisen. Darauf kann ich mich verlassen. So auch heute im Museum für islamische Technik und Wissenschaft. Die Exponate haben wahrlich zu mir geredet, deshalb viele Notizen heute. was echt schön ist. Morgen seh ich mal, ob das die Fertigstellung der ersten Fassung begünstigt. :) Zumal ich morgen auch noch die Schatzkammer besuchen will. Mit dem Riesendiamanten. Ha! Ich freu mich auch, dass ich noch eine alte Dame Tierschützerin besuchen darf, die mir von ihrer Arbeit hier erzählen will. Ich glaube, dass ich dann mit Schwergepäck, zumindest was Ideen anlangt, nach Hause reise. Und natürlich hab ich eine echt schöne Perspektive, im Mai zur Preisverleihung nach Gleisdorf fahren zu dürfen (jetzt ist es ja offiziell!!) und dich dann in Wien zu besuchen. Ha! Dann werd ich auch endlich das arme extrasüperniedliche Kringelchen trösten. (Und dich um die vielen Neuerscheinungen beneiden:)) Alles Liebe Andrea
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Saskia Hula am 13.3.2012 |
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Liebe Andrea, oh, wie bin ich im Verzug! Wo geht nur die Zeit hin? Ein Tag nach dem anderen verschwindet im Rachen der Vergangenheit, neue Tage werden herausgerissen, kurz mal anprobiert und dann sind sie auch schon wieder weg. Ich habe in der Zwischenzeit doch noch die Disziplin aufgebracht, meinen eh schon fast fertigen Kinderroman ganz fertig zu schreiben und abzuschicken. Das ist ja immer ein spannender Moment, wenn man einen Text aus der Hand gibt. Danach wollte ich gleich weiterschreiben, ich hatte sogar eine gute Idee (ich habe sie immer noch, zum Glück!), aber aus unerfindlichen Gründen habe ich sie noch nicht umgesetzt. Na, das werde ich dann in den nächsten Tagen (Wochen, Monaten) gleich machen. Mittlerweile sind alle drei Neuerscheinungen von mir da, heute habe ich das letzte Päckchen mit Belegexemplaren bekommen, den 3. Band von Löwe und Maus, der ist wieder sehr schön geworden, vor allem das unglückliche Schaf schaut wirklich süß aus. Ende März ist ja eine gute Zeit für Autoren, finde ich, da freut man sich noch immer auf die Abrechnungen, auf die man seit Anfang Jänner wartet (letztes Jahr habe ich tatsächlich eine im Jänner bekommen!), und Vorfreude ist ja - auch was diese Abrechnungen betrifft - manchmal die größte Freude;-) Jetzt heißt es der Wahrheit ins Gesicht schauen, und als positiver Mensch habe ich dabei nur zwei Optionen: Entweder ich freue mich darüber, dass ich so viel Geld kriege oder ich freue mich darüber, dass ich nächstes Jahr so wenig Steuern zahlen werde. (Im Moment schaut es eher nach einen steuerfreundlichen Jahr aus!) Bei dir neigt sich deine Zeit in Istanbul ja auch langsam dem Ende zu! Hattest du denn eigentlich was vom Süden? Deine Wetterberichte haben irgendwie nicht viel anders geklungen als die meines Töchterleins, das ja in Norwegen ist. Also ich hoffe, du kriegst noch ein paar richtig tolle Frühlingstage am Meer! Bei uns soll der Frühling jetzt jedenfalls kommen, und das ist doch großartig. Ich muss nur noch das Schlupfloch zwischen Winterschlaf und Frühjahrsmüdigkeit finden, dann steht einem lebendigen, spannenden April nichts mehr im Wege ... Liebe Grüße! Saskia |
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Andrea Karimé am 3.3.2012 |
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Liebe Saskia, hier regnets immer noch, und der Himmel schimmert grün wie Kinderschnupfen. Ich überleg noch mal ans Meer zu fahren, wo es auch momentan ein paar Grade wärmer ist. Hier ist es saukalt, während Nordeuropa schon Frühling spielt. So regnets auch zwischen meine Buchstaben, und prompt habe ich mich erkältet. Die Schreiberei fällt also ins Regenwasser, wo ich sie ab und an hervorhole, bis zum nächsten Kopfschmerzschub. Ich bin aber sowieso noch am Recherchieren, Sammeln und Kompostieren von Ideen. Nächste Woche lese ich einen Teil des Manuskripts in der Deutschen Botschaftsschule vor und diskutiere mit ihnen die zentrale Erfindung im Buch. Zu dieser hat mich eine junge Künstlerin angeregt, die ich hier in Istanbul kennen gelernt habe. Wir hatten ein Werkstattgespräch mit Kaffee und sehr Süßem über ihre Arbeit, und da sind mir gleich mehrere Ideen gekommen. Das war der Wahnsinn. Ihre Arbeiten passen auf wunderbare Weise, aber von einem ganz anderen Ende aufgezogen zu meinen. Auf die Diskussion mit Kids über meine Erfindung bin ich schon sehr gespannt. Einen Plot habe ich noch immer nicht, was nichts Ungewöhnliches ist. Ich gehöre auch nicht zu den Schreibern wie beispielsweise Irving, der den letzten Satz eines Buches wissen muss, bevor er beginnt. :) Eine Schreibwoche fände ich fein, auch das tagsüber arbeiten und abends vorlesen wäre super. Ich hab überhaupt nicht genug davon, und könnte im Sommer gleich weiter machen. Schon grad wenn du dabei bist:). Im August hab ich Zeit, im Juli auch, aber eine Woche geht schon für Singen drauf. Zum Thema ödes Kinderbuchseminar: Da fühl ich mich, glaube ich, fehl am Platz, es sei denn es wäre für Profis. Ha! Für deinen Roman wünsch ich dir Geduld, allerdings sind auch Ablenkungen manchmal sinnvoll. Alles Liebe sendet Andrea |
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Saskia Hula am 27.2.2012 |
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Liebe Andrea! Na, da bin ich ja beruhigt, wenn du mittlerweile so gut aufgehoben bist zwischen Künstlern und Hunden! Mein Roman - welche Überraschung! - ist leider doch noch nicht ganz so fertig wie es vielleicht geklungen hat. Oft sind es ja die Feinheiten, an denen man noch ewig sitzt und vor sich hinseufzt ... Und irgendwie kommen mir ständig Dinge dazwischen, die spannender, einfacher oder gemütlicher wirken als diese Überarbeitung. Aber das wird schon noch. Hast du übrigens wieder Lust auf eine Schreibwoche diesen Sommer? Ich bin gerade am Überlegen, wie ich es am liebsten hätte. So ein richtiges Seminar mag ich, glaub ich, nicht mehr machen. Mir gefallen am besten die Zeiten, wo sich mehrere Schreibende einfach zusammentun, tagsüber schreiben und am Abend vorlesen. Da komme ich dann auch echt weiter, weil ich mich darauf konzentriere und ganz einfach an etwas arbeite. Die Textmanufaktur Leipzig bietet ja im Oktober ein Kinderbuchseminar in München an, was für mich ganz praktisch wäre. Aber andererseits hab ich gar keine Lust auf ein Seminar, bei dem ich irgendetwas abgeben und besprechen muss - ich will viel lieber dort schreiben! Und zu den meisten Seminarleitern hab ich ja sowieso ein gestörtes Verhältnis, wie du weißt;-) (Wobei Andre Hille aus Leipzig zu den wenigen Ausnahmen zählt! Der ist nämlich echt nett!) Also, was ist mit dir? Oder hast du nach deinem Stipendium erstmal genug vom Schreiben? Und vom Wegsein? Aber so lang bist du ja gar nicht in Istanbul, oder? Bis Mitte April, soviel ich weiß. Naja, überleg es dir. Ich schau mir jetzt mal den Text an, den du mir geschickt hast. Alles LIebe, Saskia
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Andrea Karimé am 21.2.2012 |
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Liebe Saskia, ein Roman in zwei Tagen ist echt fein. Gratuliere. So soll es immer sein. Ich kenn das mit den liegen gebliebenen Sachen. Manche sind wie Wein, werden durchs Liegenlassen einfach besser. Manche! Leider habe ich aktuell nichts was liegen geblieben ist, muss immer alles einfach schnell raus; zumindest ist das mein Gefühl. Keine Sorge: Dass ich deine Postings so schnell beantworte, liegt einfach daran, dass ich so viel Zeit zum Schreiben habe, und sich die Eindrücke hier immer aufdrängen. Ganz so einsam ist es nicht. Hier im Atelierhaus ist noch ein anderer Kölner Dichter, mit dem das obligatorische Nach-der-Arbeit- Bier eingnommen werden kann. Auf nette Weise, am Galataturm, wo man unter einer Freiluftheizung den Platz beoabchten kann und die Hunde. Es sind mittlerweile übrigens vier. Ein Zwillingshundepaar kam noch dazu, keine Straßenhunde; sie gehören zu einem Klamottenladen und haben dort einen Königsteppich, auf dem sie draußen liegen. Desweiteren wohnen noch andere nette Künstler im Haus; zum Beispiel beschäftigt sich eine Düsseldorfer Künstlerin mit Astronomie und geheimnisvollen Astrolabien, die sie als Anregungen für ihre vielfältige Arbeit nimmt. Nach einem Werkstattgespräch mit ihr hatte ich gleich zwei Kinderbuchideen... Regelmäßig gibt es auch gemeinsames Abendessen. Also ganz so schlimm ist es nicht hier. Da ich Besuch aus Köln hab, musstest du ja nun auf diese Zeilen warten, den prompt hab ich nicht mehr so viel Zeit. Und ich tu nichts außer Türkisch - Vokabeln lernen und sightseeing. Heute gehen wir in eine kleine byzantinische Kirche und fahren mit dem Fährschiff nach Asien :) Das Wetter lockt auf die Prachtwasser von Istanbul, und die sind wirklich der Glanz der Stadt. Übrigens heißt der Junge tatsächlich eigentlich Otto, das zweite t hat sich aber im Rahmen seiner ersten Sprechversuche verloren. Und (ganz und gar nicht) zufällig :) bedeutet das Wort Oto "Ton". Es ist aus dem Japanischen und Yoko Tawada, eine meiner Lieblingsautorinnen hat mich darauf gebracht. In ihrem Buch "Schwager in Bordeaux" kommt ein Mann namens Otooto vor. Doppelton. Zweiton. Tonton. Ab Donnerstag sitze ich dann wieder am Schreibtisch und suche den Esel. Ich seh schon, ohne ihn in der Geschichte wird es eine traurige Saskia geben. Das kann ich ja nicht zulassen:) Herzliche Grüße aus dem sonnengefüllten Istanbul, Andrea |
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Saskia Hula am 15.2.2012 |
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Liebe Andrea, ich habe gerade einen Roman geschrieben! Und zwar in zwei Tagen. Das kam so: Ich habe ja die Ehre, die diesjährige Dixi-Kinderliteratur-Preisträgerin als Tutorin zu betreuen. Was ich übrigens auch in meinen faulen Ferien gemacht habe, indem ich ihr Manuskript gelesen und dann nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen und wieder zusammengeflickt habe. (So schlimm war es hoffentlich nicht; ich bin mir jedenfalls sehr konstruktiv dabei vorgekommen und hatte außerdem den Eindruck, dass ich eine ganze Menge dabei gelernt habe!) Nun, während ich mich also mit diesem Mädchenroman für Zehnjährige beschäftigt habe, ist mir so ganz leicht gedämmert, dass ich doch ein nicht so unähnliches Manuskript in den Untiefen meines Computers gespeichert habe; Mädchen, 10jährig, Thema Freundschaft. Also hab ich es gesucht. (Es ist ungefähr 5 Jahre alt) Und festgestellt, dass es drei Versionen gibt. Die erste - etwas zögerlich und unfertig. Die dritte - etwas kompliziert und ebenfalls unfertig. Aber die zweite! FERTIG und gar nicht so übel. Naja, natürlich etwas überarbeitungswürdig. Aber da ich ja gerade alle Regeln der Kunst für die Überarbeitung festgelegt hatte, war das nicht besonders schwierig. Ich habe einfach Unmengen von Adverben gestrichen, aus den meisten ALS-Sätzen Hauptsätze gemacht und alles rausgehaut, bei dem ich mich als Leser leicht verkrampft habe. Und jetzt habe ich einen ziemlich fertigen Kinderroman, von dem ich gar nichts mehr wusste! Ist das nicht unglaublich? Das Wunderbare daran ist, dass ich das gleiche in ein paar Jahren vielleicht auch mit meinen anderen Roman-Versuchen machen kann! Ja, Distanz kann Wunder wirken. Bei mir muss es offensichtlich eine Distanz von mehreren Jahren sein. (Ich habe das schon einmal erlebt, mit einer ziemlich verkorksten Hundegeschichte. Als ich die nach ein paar Jahren gelesen habe, ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen: DIE PERSPEKTIVE STIMMT NICHT! Das war echt ein Klacks zum Ändern!) So, genug der egozentrischen Euphorie! Ich wünsche dir sieben weitere Sonnentage und einen Esel vors Fenster! Und finde es großartig, dass du dich wirklich mit dieser merkwürdigen Sprache anlegst, die bei mir in der Klasse fast alle sprechen und von der ich trotzdem nie mehr als "öretmen" verstehe. Dass du meine Einträge immer so schnell beantwortest, lässt mich ja ein bisschen fürchten, dass du doch ein wenig vereinsamst - aber Einsamkeit ist vielleicht das Schicksal großer Künstler, also tu dir nichts an, Du bist eben eine große Künstlerin, und in Kürze ist Mai und du kommst nach Wien und ich freu mich jetzt schon furchtbar darauf!!! Alles Liebe und die allerherzlichste Gratulation zum Wolken-Oto (wieso eigentlich nicht Otto???) Saskia |
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Andrea Karimé am 11.2.2012 |
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Liebe Saskia, schreibtechnisch interessanter? Ah so :) Allerdings klingt das was du von Ein- und Ausräumen und Ofen und Apfelkuchen schriebst, sehr sehr gemütlich. Was übrigens ein schöneres Wort als faul. Und ich find nichts Schrecklicher, als wenn es immer gleich nach einem Buch ans Nächste geht. Ich finde, man sollte sich auch Zeit nehmen, sich am neuen Buch zu erfreuen. Ich mach aber auch grad mal eine Pause:) Lerne höchstens Vokabeln und lese und laufe durch die Stadt. Heute gucke ich mir die Arbeiten der Kunstkollegin aus dem Haus an. Und gehe auf den Wochenmarkt. Aber ja, meine Wolken-Oto Geschichte ist endlich fertig und wird am 10.11.12 in der Philharmonie Luxemburg uraufgeführt. Das ist schon echt toll. Ich habe aber gerade das Gefühl, dass "schreibtechnisch " eine Sensation die nächste jagt. Und ich kaum zur Puste komme. Geschweige denn, Zeit zu haben, mich über eine Sache mal richtig ausgiebig zu freuen. Inzwischen habe ich tatsächlich mit dem Fräulein Dill angefangen. Und es macht sehr viel Spaß. Ich kann mich momentan nur nicht entscheiden, ob ich es episodenhaft anlege, oder doch wieder einen fortlaufenden Erzählfaden. Deshalb hab ich es mal beiseite gelegt. Episoden find ich auch sehr schön, aber dabei hab ich schnell das Gefühl, dass es eintönig wird. Der Esel ist zwar noch nicht da, aber dafür ein Hund. Wie die sich immer in meine Geschichte bellen, neuerdings... Zwischen Geschichte und Korrespondenzen lerne ich normalerweise, (wenn ich nicht Pause mache:)), das widerspenstige und wunderschöne Türkisch und höre auf die Möwen, den Muezzin und die heiseren Hupen der Fährschiffe. Ja, der Bosporus ist nur 10 Minuten zu Fuß entfernt. Genauso weit ist es zum Fischmarkt und zur Galatabrücke. Um Espresso kaufen zu können, muss man schon länger laufen. Fast zwei Stunden brauchts zu Fuß hin und zurück um in einen französischen Supermarkt zu kommen. Heut morgen war es dabei so eisig, dass ich mich ziemlich verkühlt hab. Liebe Saskia, ich wünsch dir natürlich einen Bandenbuchbestseller und weiterhin viel Freude und Gemütlichkeit zwischen Ofen und Schnee. Herzliche Grüße aus dem heute sehr sonnigen Istanbul sendet dir Andrea
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Saskia Hula am 9.2.2012 |
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Liebe Andrea! Das Frohe Schreiben und Leben im Schnee hat sich in ein ausschließliches Leben neben dem Ofen verwandelt! Ich habe keinen Buchstaben geschrieben, ich mache Ferien, räume Schränke aus und wieder ein, backe Apfelkuchen, sehe den Vogerln an meinem Futterhäuschen zu, lege Holz nach und lese. Das ist alles. (Bei dieser Gelegenheit möchte ich das Buch "Was machen wir jetzt?" von Doris Dörrie empfehlen - ich habe es vor etwa 10 Jahren gelesen und toll gefunden, und jetzt habe ich es wieder gelesen und wieder toll gefunden. Das ist nicht selbstverständlich!) Kurz bevor ich ins Burgenland gefahren bin, habe ich noch 20 Prachtexemplare meines neuen Bilderbuches "Die beste Bande der Welt" bekommen, und von denen trage ich jetzt eines ständig bei mir, weil es mich so freut, wie schön es geworden ist. Außerdem hat mir eine Buchhändlerin bereits versichert, dass sie es bereits EIN PAARMAL verkauft hat (das war etwa 2 Tage nach dem Erscheinen!), und insofern habe ich eine echte Chance auf einen Bestseller, der ja bekanntlich schon ab einer Verkaufszahl von 100000 beginnt. Wahrscheinlich hat mich deswegen auch die Faulheit so überfallsartig übermannt. Ich lasse jetzt erstmal meinem beginnenden Bestseller den Vortritt und mische mich nicht schon wieder ein. Außerdem brauche ich das bisschen Kreativität, das ich aufbringen kann, dafür, dir zu schreiben, damit wenigstens du etwas Sinnvolles erzählen kannst, denn du erlebst ja, rein schriftstellerisch gesehen, im Moment deutlich mehr als ich. Ich hoffe, du bist jetzt endlich bei dem angelangt, wofür du dein Stipendium bekommen hast, denn ich bin schon sehr gespannt auf den Esel mit den Büchern! (Aber vielleicht wird es ja jetzt - in Ermangelung eines Esels - ein türkischer Hund mit Büchern? Wäre doch auch überlegenswert!) Und ich hoffe, du bist gegen die Eiseskälte in Istanbul gut gewappnet! Mit der rechnet man ja wohl eher nicht, wenn man in die Türkei fährt, selbt wenn es Februar ist! Lass dich also nicht unterkriegen, zieh dich warm an und fühle dich großartig, weil du so mutig bist, ganz allein in der Fremde und so! Alles Liebe, Saskia |
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Andrea Karimé am 30.1.2012 |
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Liebe Saskia, Sittiche sind immer gut. Und in Verbindung mit einem Fundbüro schleudern sie einen angenehm weit weg von rosa Prinzessinen:). Und was die neue Selma angeht: Frag lieber erstmal nach. Allerdings wäre ein positiver Bescheid auch nicht wesentlich verbindlicher, oder? Die ersten Tage hier in Istanbul sind sehr produktiv gewesen. Das Buch ist, wie du weißt, eh fertig und ich hab schon erste Illustrationen gesehen. Sehr sehr schön, nur könnten sie hier und da meines Erachtens noch "gefährlicher" werden. Mal sehen. Dann hab ich noch was für den Hörfunk gemacht, was nun ebenfalls fertig ist, und jetzt sitze ich an meiner ersten wirklich tollen Auftragsarbeit, (flüster: du siehst: ich bin immer noch nicht bei dem Projekt, für das ich das STIP bekommen habe!) bei der Musik eine wichtige Rolle spielt. Die Geschichte ist auch fast fertig, gibt mir allerdings für den Schluss ein Rätsel auf. Oder eine Nuss zu knacken. Also arbeite ich an Kleinigkeiten (wie zB der Klitzekleinigkeit Sprache:)) und warte auf den Zauber, der alle Fäden einer Geschichte wie immer zusammenführt. Das ist fast spannend. Irgendwann löst sich das, aber ich weiß noch nicht in welcher Form und wann. Zwischendurch übe ich Chormusik und lerne Türkisch, damit ich nicht wieder den falschen Käse kaufe und etwas mehr als Danke und gut sagen kann! Mein offizieller Kurs beginnt heute und da muss mich mich schon recht hinzwingen, weil es so arg schneit. Richtige Eier aus Schnee liegen auf den Holunderbuschblättern gegenüber! Die Hunde sind sehr müde bei der Kälte. Und haben Federn aus Schneeflocken. Sie sagen iyi akşamlar - guten Abend - selbst am Morgen. Meistens seh ich auch nur den einen. Görüşürüz und gute Besserung und frohes Schreiben und Leben im Schnee wünscht dir Andrea |
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Saskia Hula am 30.1.2012 |
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Liebe Andrea! Schneepause habe ich aufgrund von mangelndem Schnee nicht gemacht, dafür aber Grippepause. Über eine Woche bin ich zu Hause gesessen und habe zuerst vor allem gestöhnt, geächzt und gehustet und mich dann in zunehmendem Maße gelangweilt. Zum Glück hat mein Freund mich gebeten, einen Geschäftstext zu redigieren. Und zum weiteren Glück hat der Briefträger ein Manuskript gebracht, für das ich vom Dixi-Kinderliteraturpreis als Tutorin ausgewählt wurde, das ich also lesen und beurteilen und mit Änderungsvorschlägen versehen sollte..So konnte ich mich wenigstens ein bisschen mit Texten beschäftigen, ohne auch nur eine klitzekleine eigene Idee zu haben. (Mein Onkel hat ja gemeint, das wäre doch sehr praktisch, wenn ich in Krankenstand bin, da könnte ich ja ein neues Buch schreiben ... Haha, so ist es ja doch nicht.) Ja, und dann haben zum Glück natürlich ganz liebe Freundinnen angerufen und sich nach meinem Befinden erkundigt. Das hilft auch immer, solche Zeiten zu überstehen;-) Aber nun krieche ich langsam wieder heraus aus meiner Grippehöhle und werde die letzten Hustenreste abwerfen wie ein Schmetterling seinen Kokon (merkst du, wie lyrisch ich schön langsam werde;-)) Und dann heißt es erstmal Zeugnisse schreiben, denn bei uns sind in ein paar Tagen schon wieder Ferien! Ich fahre wieder ins Burgenland, diesmal sagt der Wetterbericht eiskalt voraus und vielleicht sogar Schnee. Das wäre natürlich genau das Richtige zum Schreiben. Dann brauche ich nur noch in meine Anfangssammlung zu greifen, und dann geht es auch schon los. Ich habe die Wahl zwischen einer sehr rosaroten Prinzessin mit Glitzer, einem Fundbüro, einem Wellensittich (aber bei dem fehlt mir noch alles außer der Idee, das macht es ein bisschen schwierig - vielleicht findest ja du den Anfangssatz?) und einer neuen Selma-Geschichte (von der ich eigentlich gar nicht weiß, ob der Verlag sie will; das sollte ich vorher vielleicht noch feststellen) Ich hoffe, deine beiden Hunde sind inzwischen etwas kooperativer geworden und bringen Geschichten wie Stöckchen! Und außerdem hoffe ich, dass der Schimmel sich beleidigt zurückzieht, wenn du ihn lange genug ignorierst! Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf deinen neuen Istanbul-Bericht! Alles Liebe, Saskia |
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Andrea Karimé am 22.1.2012 |
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Liebe Saskia, als ich in Istanbul ankam, schneite es gerade. Ich rollte meinen Koffer durch freundlich belebte Nachtstraße, denn der Taxifahrer kannte die Adresse nicht. So ließ ich mich also zum Galata Kulesi (Galataturm) bringen und bin von dort gelaufen. Wie gut, dass ich im Sommer schon mal hier war und mir alles angeschaut habe, gell? Das Atelier ist sehr schön und vor allem warm. Meine Nachbarin erzählte mir, dass zwei Tage zuvor in ganz Istanbul der Strom ausgefallen war und zwar richtig lang. Der Vermieter brachte schon spezielle Decken überall hin und die alten Herren spielten Tawla bei Kerzenlicht in den Cafés der schwarzen Straßen. Das klingt zwar alles sehr romantisch, aber ich war doch froh, nicht dabeigewesen zu sein! Ich habs lieber warm... Ob die Wand, die so verdächtige braunblaue Flecken hat, bei starkem Regen trocken bleibt, ist unwahrscheinlich. Bei der Nachbarin hats einen richtigen Sporengarten an der Wand wie Streuselkuchen. Nun ja! Die zwei Hunde saßen einen Tag später schon wie bestellt auf den Treppen zum Turm. Der eine ganz oben, der andere zwei Stufen tiefer. Sie ließen sich Sonne auf das Fell kippen und nahmen keine Notiz von meinen Befehlen: Los, bringt mir Geschichten. Einen Türkischkurs fange ich nächste Woche an. Ist auch wirklich wichtig, denn mit Englisch kommt man hier nicht besonders weit. Ein Piano werde ich dafür hier haben, ist das nicht toll? Da kann ich meine Chormusik üben, zur Freude der mindestens zwanzig Katzen, die zu meiner Straße gehören. Auf dem Schreibtisch hab ich erst einmal nur eine Kolumne und eine Radiogeschichte geschrieben. Die "richtigen" Dinge kommen erst jetzt. Mein Buchprojekt hat nun drei Teile und ist eine echte "heimliche Trilogie". Deine Geschichtenerzählergeschichte und ihre Entstehung klingt spannend. Deine Beschreibung macht richtig Appetit und Neugierde. Man wartet ja richtig drauf, dass das Buch endlich in den Handel kommt. Und weiß natürlich, dass das wahrscheinlich ja noch dauert... Und was kommt jetzt? Oder machst du erstmal Pause. Schneepause? Liebe Grüße sendet dir Andrea |
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Saskia Hula am 14.1.2012 |
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Liebe Andrea, das hast du aber richtig gut hingekriegt - ein Buch fertig schreiben, dann ab nach Istanbul, wo bereits das nächste aufgeschlagen wird ... Eine Stadt wie Istanbul ist ganz sicher sehr inspirierend, da laufen einem die Wüstenmäuse sicher nur so in Scharen nach. Ich habe die Weihnachtsferien genützt, um meine "Geschichte vom Geschichtenerzähler, dem die Geschichten ausgegangen waren" fertig zu schreiben. Das war zuerst ein bisschen schwierig, weil ich genauso planlos war wie der gute einfallslose Geschcihtenerzähler; dann wurde es langsam spannend und schließlich ganz schön langwierig, weil ich eigentlich dauernd das Gefühl hatte, nur noch ein einziges Kapitel zu brauchen ... und noch eines ... und noch eines ..., während die Geschichte selbst immer länger und verflochtener wurde. Aber am Ende waren alle Fäden zu einem schönen Muster verstrickt, und ich war hochzufrieden. Das ist überhaupt die Zeit, in der ich meine Geschichten am allerliebsten mag. Da gehören sie noch ganz allein mir, keiner redet mir drein und findet, ein kleiner Dialog am Anfang oder ein bisschen mehr Action am Ende wäre nett ... (Dabei bin ich ja ziemlich sicher, dass ich die nettesten und unaufdringlichsten Lektorinnen auf der ganzen Welt habe) Ich bin sehr gespannt, wie sich Istanbul im Jänner anfühlt! Und was du so erzählst ... und ob du die beiden Hunde findest ... und welche Rätsel dir die türkische Sprache so aufgibt und wie du sie löst! Liebe Grüße, Saskia |
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Andrea Karimé am 9.1.2012 |
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Liebe Saskia, die Musik und das Schreiben gehören für mich ebenfalls zusammen, auch wenn ich noch nicht genau formulieren kann, welche Verbindungen ich da ziehe. Zu sagen, meine Schreibe ist musikalisch wäre ja zu einfach. Obwohls es stimmt. Aber eines ist sicher: Musizieren inspiriert mich. Zur Zeit übe ich das neue Programm unseres Kammerchors und treffe auf einen Reisesegen in althochdeutscher Sprache.
Ic dir nach sihe Ic dir nach sendi
Ich sehe dir nach Ich sende dir nach Das ganze von Buchenberg vertont ist ein Gedicht, das ich mir zur Zeit sehr oft anhöre. Und ich stelle fest, dass mein Chor sehr gut zu mir passt. Und wie nett ist denn ein Reisesegen mit engeli in meiner Situation? Ich arbeite noch immer am Buch. Korrekturen, letzte Recherchen. Ich denke richtig fertig ist es gegen Ende der Woche. Macht aber diesmal ungeheuer Spaß, so pingelig zu sein. Mein Neffe führte mich diese Woche in ein Museum in Bonn, das eine Wüstenausstellung hat. Seitdem wohnt auch noch die Rüsselmaus im Buch.So kanns eben gehen. Ansonsten freu ich mich nun auf das Istanbulstipendium. Darauf die Sprache ein wenig zu lernen und mein "Wörterhimmel"- Projekt anzufangen, Auch das Musikprojekt werde ich ja dort schreiben. In dem Viertel, in dem ich wohnen werde, gibt es ja zwei Hunde, von denen ich bereits viel gehört habe und die unbedingt kennen lernen will. Na ja du siehts, auch bei mir zappeln schon ungeduldig die Ideen. Auch musste ich nun doch noch einige Lesungsanfragen zurückweisen. Das ist schon ein komisches Gefühl, aber nicht anders möglich. Vielleicht muss ich mich daran auch langsam gewöhnen. Den nächsten Brief gibts dann vom Bosporus. Ich wünsche dir ein ganz tolles 2012 mit viel Erfolgsbuchstaben und Glücksmusik. Andrea
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Saskia Hula am 2.1.2012 |
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Liebe Andrea, Weihnachten ist überstanden, das Neue Jahr ist da, und es kommt nur langsam in die Gänge ... Aber das ist ja auch schön so. In den letzten Jahren bin ich Anfang Jänner immer weggefahren (was auch sehr schön war), heuer bin ich da und lasse die Zeit einfach mal verstreichen. Räume ein bisschen auf, schlafe lang und plane wenig. Letzte Woche war ich noch fleißig und habe eine Geschichte fertig geschrieben und eine, bei der ich monatelang angestanden bin, über die entscheidende Hürde gebracht. Jetzt muss ich nur noch die nächste Selma überarbeiten, aber das sollte nicht allzu lang dauern. Ich glaube, Musik und Schreiben gehören irgendwie zusammen. Ganz viele Autoren, die ich kenne, machen gleichzeitig Musik - du zum Beispiel, aber auch viele andere. Ich finde es dabei ausgesprochen entspannend, nicht kreativ zu sein, sondern nur mal den Spuren anderer zu folgen. Unsere gemeinsame Schreibwoche fand ich übrigens auch wunderbar. Für mich wäre das sowieso das optimale Arbeitsumfeld: ein paar andere Autoren in Austauschweite, Anregungen von allen Seiten, tausend Ideen, die in der Luft liegen ... So ein Schreibhaus müsste man haben, das abwechselnd von verschiedenen Autoren genutzt wird - du kennst ja so etwas von deinen Literaturhäusern. Aber dort geht es ja weniger um den Austausch, oder? Mir ist das Gemeinsame schon auch wichtig - jeder liest vor, woran er arbeitet, die anderen geben ihren Senf dazu, das finde ich einfach herrlich. Naja, mal sehen, was das Neue Jahr in diese Richtung bringt. Noch habe ich ja nicht meine Jännerdepression, die mich alljährlich dazu bringt, wie eine Verrückte Urlaube, Seminare und dgl. zu buchen. Dir wünsche ich jedenfalls ein sehr spannendes, erfolgreiches und erfüllendes Jahr 2012 ohne Schimmel, dafür mit aufregenden 3 Monaten in Istanbul, viel Inspiration, dankbare Verlage, begeisterte Leser und was du dir halt selbst noch so dazu wünscht! Alles Liebe! Saskia |
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Andrea Karimé am 28.12.2011 |
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Liebe Saskia, hast du Weihnachten gut überstanden? Bei mir war es mit Verwandten- und Freundebesuchen wirklich sehr ausgefüllt. Die große 1.Weihnachtsfeiertagstafel wurde bei mir gedeckt, und nach dem Essen hat mein großer Neffe meinen Computer neu ausgestattet mit allem Möglichen. Der kleine hat dazu getrommelt und Klavier gespielt wurde auch. Also so richtig nach meinem Geschmack. Aber jetzt sitz ich wieder in rückenunfreudlicher Haltung am Manuskript. Ich liege in letzten Buchzügen. Schreibe es grad fertig und dann noch einmal überarbeiten. Macht aber Spaß, weil mir dauernd nette Erfindungen begegnen und weil ich mich in Erinnerungen und aktuell und mit Google Earth grad dauernd in den Sinai begebe. Bis zur Türkei möchte ich das fertig haben und mich dann den neuen Sachen widmen.
Mit meinem Istanbulstipendium ist es allerdings so: Die Künstlerin vor Ort sieht den Schimmel an den Wänden. Das Kulturamt Köln sagt: Kein Schimmel zu sehen, Sie können einziehen! Mmh! Dein Jahr war wirklich auch sehr erfolgreich. Das mit den Anfängen ist natürlich super! Ausgesorgt! Gratuliere! Einiges hatten wir letztes Jahr schönerweise zusammen. Zum Beispiel den Ehrenplatz. Das gemeinsame Schreiben in der Türkei hat mir mir auch sehr viel Spaß gemacht. Das sollten wir wieder machen. Und natürlich die Korrespondenzen fortsetzen. Die Musik ist ja auch immer in meinem Haus. Deshalb spiel du nur Klavier. Die Bücher werden davon nicht weniger, da bin ich überzeugt!! Ich hab im Sommer ein 10 Tage- Singprojekt vor. Ich weiß aber noch nicht, ob es klappt. So nun reise ich wieder in den Sinai wo die Berge rosa sind wie Erdbeersahne. Dir ein tolles Silvester und ein Super-Musik-Buchstaben- 2012 gewünscht. Andrea
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Saskia Hula am 22.12.2011 |
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Liebe Andrea, mein Rückblick ist dieses Jahr ein fast ausschließlich positiver. Das einzige, was mir wirklich Sorgen gemacht hat, war die Operation meiner Mutter. Aber zum Glück hat sie sich sehr schnell erholt, und es geht ihr wieder genauso gut wie vorher. Ansonsten war ganz viel Schönes in diesem Jahr. Interessante Lesereisen (nicht zu viele!), vier neue Bücher, ein Ehrenplatz in der Kollektion zum Österreichischen Kinderbuchpreis (immerhin!), ein schreibmäßig sehr ergiebiger Sommer mit zwei tollen Schreibwochen, schöne Urlaube, Liebe, Freude, Eierkuchen ... Und natürlich unser Briefblog, der war doch auch eine feine Idee. Unglaublich viele Anfänge hab ich geschrieben. (Ich könnte mich also jederzeit völlig uninspiriert hinsetzen und arbeiten, denn die Ideen sind ja schon da) Meine Kinder sind zwar eigentlich schon flügge, aber trotzdem noch da, was ich sehr schön finde. Und vorgestern haben wir sogar ein Klavier bekommen, das finde ich auch so toll. Wundere dich also nicht, wenn 2012 schreibmäßig bei mir doch nicht so großartig wird. Vielleicht spiele ich ja lieber Klavier. Dazu hatte ich schon als Kind große Lust. Die ist mir leider vergangen, sobald ich eine Klavierlehrerin bekommen habe. Ich habe da also noch etwas nachzuholen! Tja, der einzige Schatten an so schönen Jahren ist das Gefühl, dass es nicht ewig so weitergehen kann. Aber da es ja sowieso nichts nützt, sich schon vorab zu sorgen, genieße ich die unbeschwerte Zeit und freue mich über das Leben. Und auf das, was noch kommt.
Aber jetzt bringe ich jedenfalls erst mal Weihnachten hinter mich. (Für Weihnachten fehlt mir, fürchte ich, die sentimentale Ader ... Mir kommt es immer ein bisschen absurd vor, all diese merkwürdigen Bräuche mit abgesägten, geschmückten Bäumen im Zimmer ...) Alles Liebe, Saskia |
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Andrea Karimé am 18.12.2011 |
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Liebe Saskia, ich habe 2011 an einem Schulbuch mitgearbeitet, zumindest Lesetexte erstellt. Diese sollten literarischen Charakter haben und gleichzeitig schulbuchtauglich sein. Zumindest aus Sicht der Lektoren. Dann gab es aber so viel Kriterien, dass es mir überhaupt keinen Spaß mehr gemacht hat. Von wegen literarisch. Rechtzeitig bevor ich richtig einstieg, stellte der Verlag die Produktion ein, und ich bekam ein Ausfallhonorar. Also: So richtig ist das auch für mich nichts!
Dein Weihnachten klingt aber echt sympathisch. Schnee hätt ich auch supergern, aber im warmen Köln kann man davon nur träumen. Familie ist hingegen auch bei mir angesagt. Zumindest am Heiligabend. Ansonsten werd ich wahrscheinlich die Ruhe nutzen und auch was schreiben, umarbeiten, neu dichten ect. Mein Jahr zweitausenelf fing ja mit der arabischen Revolution und einem vereitelten Kairobesuch und dem Tod eines Freundes an. Aber auch mit der sensationell schnellen Produktion und Veröffentlichungsmöglichkeit des Himmelsklaviers und der Radiogeschichte. Also in jedem Fall überraschend. Der Sommer war sehr schön, auch das Schreiben für Erwachene an der türkischen Ägäis. Veröffentlicht hab ich zwei schöne Bücher und einen Radiobeitrag. Und für meinen Geschmack sehr viel Anerkennung bekommen. Fortbildungen hab ich gemacht, die mir sehr genützt haben und Kontakte ausgebaut. Briefblog aufgebaut:) Ist das Rückblick genug? Jetzt wärest du dran! Liebe Grüße sendet Andrea |
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Saskia Hula am 11.12.2011 |
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Liebe Andrea, ja, ich gebe zu, ich schenke doch auch Bücher und nicht so viele Socken. Bei den Socken ist es gar nicht so leicht, mit der Größe und den Farbvorlieben ... Da macht Bücheraussuchen schon mehr Spaß. Die schöne Idee mit dem Lehrerbuch habe ich leider nicht weiterverfolgt, weil es mir doch ein bisschen anstrengend vorkommt ... Und außerdem habe ich keinen Spaß am Schreiben, wenn ich nicht auch meinen literarischen Anspruch verwirklichen kann. (Das ist vielleicht eine Ausrede, aber irgendwie auch wieder sehr glaubwürdig, finde ich. Und vielleicht stimmt es ja auch.) Also doch lieber wieder Kinderbücher. Ja, die Weihnachtsferien habe ich literarisch wenigstens ein bisschen verplant - aber das wird sicher ganz nett. Bei uns im Burgenland stehen alle immer erst so wahnsinnig spät auf, dass es erst gegen Mittag Frühstück gibt. Und die Zeit davor eignet sich ganz hervorragend zum Schreiben. Wenn ich dann genug geschrieben habe (das geht bei mir relativ schnell), beginne ich mit dem Frühstücksgeschirr zu klappern, wenn das nichts nützt, schreie ich durchs Haus, wenn das auch nichts nützt, gehe ich in die einzelnen Schlafzimmer und wecke direkt auf ... Und dann gibt es eben endlich doch noch Frühstück, und ich bin wunderbar aufgelegt, weil ich schon so kreativ war. Genau so stelle ich mir das also vor. Mal sehen, ob es dann auch so wird. Was ich furchtbar gern hätte, damit das Schreiben so richtig stimmungsvoll ist: Einen Haufen Schnee vor dem Haus. Das hatten wir leider schon lange nicht mehr, aber einmal waren wir richtig eingeschneit, und das war großartig. (Naja, wir hatten auch genug Essen im Haus) Draußen Schnee und drinnen flackerndes Feuer im Ofen, das ist eindeutig das Beste am Winter, der mir ansonsten gerne gestohlen bleiben kann. Tja, und dann ist das Jahr auch schon wieder um. Du weißt ja, dass ich ein großer Fan von Rückblicken bin, also: Wie war 2011 für dich? Mehr schön als schaurig? Liebe Grüße, Saskia |
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Andrea Karimé am 30.11.2011 |
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Gruezi Saskia, hey klasse!!! Gratuliere zu allen guten News. Gruess deine Tochter von mir. Das will ich doch hoffen, dass sie alles fertig schreibt!!!
Oh ja! Dein Buch ist sehr notwendig. Das kann ich bestaetigen. Und es wird ausserdem gut zu lesen sein!!! Das lohnt sich also!
Ich bin mal wieder in Zuerich und unterrichte alles moegliche, du kennst mich ja.
Nun ja. Adventlich ists mir bei mir zumindest musikalisch: Engel, Luxhimmel und Jubilate Deo. Und natuerlich in Geschichten.
Selma wird uebrigens von Emilia, einer kleinen Freundin sehr verehrt nun muss schnell der zweite Band geschenkt werden. Und natuerlich das Hoerbuch. Was nur Spass ist: Poesie und Pralinen. Auf Wiederluege und Banakamm. Andrea |
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Saskia Hula am 26.11.2011 |
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Liebe Andrea, wie schön, dass deine Workshops so gut angekommen sind! Das Plauderlauer-Gedicht ist ja wirklich entzückend, und wenn Lehrer dann so etwas auch noch schätzen können, umso schöner! Ich habe jetzt eine neue Schreibidee, die auch mit Lehrern zusammenhängt bzw. eigentlich sogar für Lehrer gedacht ist. Nämlich ein Buch mit dem Arbeitstitel "100 wichtige Dinge, die Junglehrer unbedingt wissen sollten, ehe sie sich auf den Weg zum Burnout machen". Da gibt es eine ganze Menge zu sagen, finde ich. Ich sehe ja an Kai, wie grauenvoll diese Ausbildung auch heute noch ist, zumindest bei uns in Österreich. Mag sein, dass ihr es da besser habt. Kai , meine wunderbare Tochter, hat jetzt übrigens auch ihre erste öffentliche Lesung hinter sich - eine sehr nette Veranstaltung vom Institut für Jugendliteratur (und einigen anderen), bei der junge Autoren je 7 Minuten Zeit hatten, um ihre Texte vorzulesen. Es waren durchwegs interessante Texte, halb Prosa, halb Drama. Kai hat den Anfang ihres in Arbeit befindlichen Jugendromans vorgelesen und der ist auch ziemlich gut angekommen. Jetzt muss sie ihn nur noch fertig schreiben;-) Ich war auch fleißig, ich habe endlich die Weihnachtsgeschichte geschrieben, die ich für eine Anthologie zugesagt habe, und es hat richtig Spaß gemacht. Zuerst hätte es eine böse Geschichte werden sollen, bei der ständig Leute ausgeladen werden, damit der Weihnachtsabend auch garantiert friedlich wird - so lange, bis dann am Schluss alle zwar friedlich sind, aber auch völlig allein. Aber da ich ja nicht der Typ für böse Geschichten bin, habe ich dann doch eine nette daraus gemacht. Damit kann ich mich eigentlich zurücklehnen und ausruhen, denn mein Jahrespensum ist erfüllt. 4 Wochen noch bis Weihnachten! Für mich heißt das: Nicht mehr einkaufen gehen, denn den Weihnachtswahnsinn in den Geschäften halte ich nicht aus. Ich werde dieses Jahr einfach allen Menschen Socken schenken. Man hat doch ständig zuwenige Socken, oder nicht? Meine sind jedenfalls dauernd vereinzelt, löchrig, und manche rutschen auch noch ... Richtig gute Socken in richtig schönen Farben. Die lasse ich mir schicken. Dann kann ich in Ruhe 4 Wochen lang zu Hause bleiben und Tee trinken. Was machst du denn so im Advent? Liebe Grüße, Saskia
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Andrea Karimé am 17.11.2011 |
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Liebe Saskia, Auch wenn es schöne Seiten daran gibt. Zum Beispiel haben die Workshops in Zürich derart gut geklappt; ich kanns kaum glauben! Verständnisvolle LehrerInnen; ausnahmsweise mal wurden meine Methoden begrüßt! Und sogar die Ergebnisse!!! Haben die Schweizer einen weiteren Horizont? Jedenfalls scheinen sie mehr in der Lage zu sein, die Textgeschöpfe der Kinder zu schätzen, als da wären
"das Plauderlauder eines Ringlings, Überzeugend, gell? In Warendorf, wo die Welt noch in Ordnung scheint, hab ich auch nur nette Kinder getroffen, eine noch nettere Bibliothekarin, und ich bin stundenlang an der Ems herumlaufen, um mich mit Reihern und Blesshühnern zu treffen.
Trotzdem: Ich bin froh, wieder zu Hause zu sein. Und leg die Füße hoch, und am Wochenende sing ich mal wieder. Warum eigentlich nicht? Weil die Mayersche zum Beispiel in der Regel nur Publikumsverlage unterstützt. Oder? Herzliche Grüße, Andrea
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Saskia Hula am 10.11.2011 |
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Liebe Andrea, ich musste richtig lachen, als ich deinen Satz "Ich war noch nie so lang weg von zu Hause" gelesen habe. Offensichtlich habe ich dich falsch eingeschätzt - ich hätte gedacht, du wärst absolut daran gewöhnt, ständig woanders zu sein! (Ganz im Gegenteil zu mir, die ich mich bereits nach der ersten Urlaubswoche nach zu Hause sehne ...) Aber du wirst sehen, es wird toll! Und ganz sicher fällt dir dann auch wieder ein, was du eigentlich schreiben wolltest, wenn dich nämlich niemand davon ablenkt. ich komme gerade von der Podiumsdiskussion auf der BuchWien und kann dir also ganz aktuell berichten. Zuerst ging es ja um die Zusammenarbeit, da wurde einfach ein bisschen erzählt ... Danach gab es noch eine interessante Runde mit Verlegerin, Vertreterin, Buchhändlerin mit dem Thema "Verlegte Bilder" und der Frage "Wer ist schuld daran, wenn Bücher kein Erfolg sind?" (Wäre auch für dich interessant gewesen, weil es nämlich ausgerechnet deine Verlegerin war!) Nun, die Frage wurde natürlich nicht beantwortet, schließlich waren alle Anwesenden total nett und bemüht und keineswegs dafür geeignet, sich die Schuld in die Schuhe schieben. zu lassen. Für mich beantwortet sich die Frage aber sowieso von selbst: Die KINDER sind schuld. Die wollen doch dauernd rosa Ponys und gefährliche Monster und sonst gar nichts. Die greifen immer zu den doofen Büchern, ich sehe das dauernd! Naja, die ELTERN sind vielleicht auch noch schuld, denn die müssten ihre Kinder eben viel mehr hin zu anspruchsvollen Buch erziehen. Dabei kann man den Kindern wirklich nicht vorwerfen, dass sie - wenn sie schon lesen müssen - lieber in ihre schlichten Welten eintauchen als in die schwierigen. Ich verstehe das, ich bin da gar nicht so anders. Das Problem ist nur, dass die "schlichten" Bücher natürlich die Sehnsüchte, die sie wecken, dann überhaupt nicht erfüllen (zum Beispiel weil sie todlangweilig sind). Wir sollten also im Grunde genommen endlich mal ein richtig gutes rosa Glitzerbuch schreiben. Oder ein faszinierendes Dinosaurierbuch. Blöd nur, dass einem so etwas nie einfällt. Liebe Grüße, Saskia
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Andrea Karimé am 6.11.2011 |
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So lange war ich noch nie von Zuhause weg. Und schon gar nicht in Sachen schreiben. Und auch noch bezahlt. Langsam kommen die Formalia in die Gänge, Vertrag, Buchung, Untermieter usw. Gestern habe ich nochmals meinen Projektvorschlag gelesen, wegen dem ich ja ausgewählt uwrde, und ich es war seltsam; ich hatte wirklich vergessen was ich da geschrieben hab. Muss das Zeug mitnehmen, damit ich wirklich meinen selbstgegebenen Auftrag erfülle :) Liebe Grüße von Andrea |
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Saskia Hula am 4.11.2011 |
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Liebe Andrea, was du fast nie machst, mache ich ständig: Ich gebe mir frei. Und außerdem rede ich mir auch noch ein, dass diese freien Tage ganz, ganz wichtig sind für meine Kreativität. Wenn nicht das Allerwichtigste. Damit ich so richtig frei habe, war ich gerade 5 Tage in Rom. Altes und noch Älteres ansehen. Es war beeindruckend, herrlich sonnig und auch ein bisschen erschreckend, weil nämlich so unendlich viele Menschen unterwegs waren, die sich genau die gleichen alten Dinge ansehen wollten ... Außerdem habe ich ein großartiges Buch gelesen, es heißt "Raum" und ist von Emma Donoghue, einer irischen Autorin. Tolle Sprache, interessante Perspektive, spannende Geschichte. Unbedingt lesen! (Ist allerdings noch neu und gebunden, fürchte ich) Nächste Woche ist ja die BuchWien, und ich werde sie zum erstenmal besuchen, nämlich anlässlich einer Podiumsdiskussion zum Thema "Mein Buch - dein Buch". Da reden Autoren und "ihre" Illustratroren" über ihre Zusammenarbeit oder (da es ja selten eine gibt, finde ich), über ihr gemeinsames Ergebnis. Ich werde mit Verena Hochleitner da sein, die ja mein Feenbuch illustriert hat. Außer uns werden natürlich noch ein paar andere hochkarätige Paare da sein, das wird sicher ganz interessant. Tja, sonst bin ich heute völlig übermüdet, weil der Residenz-Verlag gestern den Geburtstag seines Kinderbuchprogrammes "10 Jahre Nilpferd" gefeiert hat und ich eindeutig viel zu spät nach Hause gegangen bin. Insofern: Gute Nacht! Ein großes und herzliches Gähnen,schickt dir Saskia |
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Andrea Karimé am 26.10.2011 |
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Hallo Saskia, das ist wirklich ein wunderbares Bild: ein Autorenvogel, der nicht fliegen kann, wie der Strauß, das federnde Wundergeschöpf. Ich wünsche dir noch viele Kolibritage. Was ich für ein Vogel bin? Das wechselt sehr häufig! Es gibt ja außerdem so viele Schreibvögel und manche picken mehr auf meinem Balkon herum, als auf meinem Blatt, geschweige denn, dass sie sich entscheiden, meine Identität anzunehmen. Aber Gottseidank kann ich die Gedanken an die Markttauglichkeit immer öfter aussperren. Oder sie den Piepmätzen zum Fressen geben. Die sollen auch oder gerade Kolobris sehr gut schmecken. Die Zeitung schrieb neulich über mich: Kinderbuchautorin mit Hang zu Haien im Schnee. Nun ja! Also sind das meine Kolibris? Hilfe! Ich hab jetzt erstmal Leseprobe und Exposee fertig und mich heut gefreut deswegen. Und mir morgen frei gegeben. Denn das mach ich nicht oft, am besten nie. Also morgen mal. Ich werde dann nur sinnlos Sinnliches tun wie Eierlikörtorte essen oder in ein Theaterstück von der Jelinek gehen. Und sicher fällt mir noch mehr ein, unter diesem erstaunlich blauen Herbsthimmel. So und mit dieser Aussicht lässt es sich doch leben, und weiterwörtern, irgendwann, nach der Pause. Liebe Grüße sendet Andrea
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Saskia Hula am 25.10.2011 |
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Liebe Andrea, ja, so ein hochqualifizierter Neffe kann natürlich auch eine Gefahr sein;-) Du kannst dich sicher an meinen flockigen Sommertext in Ürkmez erinnern, der folgendermaßen begann:
„Schreiben Sie uns doch mal eine Serie“, sagt die Lektorin und lächelt mir aufmunternd zu. „Irgendetwas mit Abenteuern vielleicht. Am besten etwas für Jungs. Die kommen sowieso dauernd zu kurz.“ An den musste ich denken, während ich mich jetzt eine Woche lang - wieder einmal - mit der Idee für eine Serie beschäftigt habe. Dabei war die Vorgabe natürlich nicht genau gleich, das wäre ja auch zu vorhersehbar gewesen. Trotzdem habe ich mich brav mit Zielgruppen und Markttauglichkeit befasst und dabei - leider, leider - das große Gähnen bekommen. Dabei würde ich so gern!!! Ich bin ja nicht doof. Und eigentlich sollte es doch - was die Motivation betrifft - keine Rolle spielen, ob man etwas Großartiges schreibt, das nicht besonders markttauglich ist oder etwas Großartiges, das auch noch dazu markttauglich ist, oder? Ich meine, wenn man es sich schon aussuchen kann, dann nimmt man doch das Markttaugliche, oder nicht? In meinem Fall leider nicht: In dem Augenblick, wo der Gedanke der Markttauglichkeit auch nur in die Nähe meines Manuskriptes kommt, schreibe ich überhaupt nichts Großartiges mehr. Im Gegenteil, ich werde schreibunfähig. Wie so ein riesiger Vogel Strauß flugunfähig ist. Das ist doch mal ein hübscher Vergleich, oder? Da läuft der Arme durch die Wüste, schwingt die Flügel, ohne sich auch nur einen Zentimeter vom Boden zu heben und gerät langsam außer Ateim ... Und daneben lacht sich der kleine Kolibri schief. Naja, das ist zugegebenermaßen ein schiefes Bild. Vogel Strauß und Kolibri leben, fürchte ich, in zwei völlig verschiedenen Welten. (Das mag ich an diesem Brief-Blog übrigens so: Man kann die schiefen Bilder einfach drin lassen!) Aber es hat trotzdem was, mein Bild. Heute hab ich jedenfalls ganz kolibirimäßig auf die Markttauglichkeit gepfiffen und einfach drauflosgeschrieben. Das hat wenigstens Spaß gemacht! Mal sehen, ob es morgen auch noch so ist. Was für ein Vogel bist du gerade? Alles Liebe, Saskia PS: Die lieben Leute aus Baden sind bereits vorgemerkt! So was ist ja immer gut zu wissen!
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Andrea Karimé am 18.10.2011 |
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Liebe Saskia, über deinen Satz "Nun so ist es nicht zwingend!" im Zusammenhang mit der obligaten Kindesliebe der Kinderbuchautoren hätte ich mich stundenlang amüsieren können. Köstlich. Klar mag ich auch Kinder. Ich liebe sie. Aber sie gehen mir bei Lesungen ebenfalls gelegentlich auf die Nerven. Aber wenn es ich genau betrachte, sind es eigentlich die Lehrerinnen, die mir dann auf die Nerven gehen, die mit gehässigem "Sehen Sie so einfach ist das nicht" -Blick reglos am Rand sitzen, ohne sich einzuschalten. Als ob es das gleiche wäre: 25 Kinder zu unterrichten, oder 80 Kindern in einem Theaterraum frontal vorzulesen; was definitiv, das wissen wir beide aus erster Hand, keine machen möchte. Die meisten Lesungen klappen aber irgendwie, nur bin ich tatsächlich auch der Meinung, dass sie eigentlich nicht viel bringen. Die Verkaufszahlen erhöhen sich nicht unbedingt und wenn Lehrerinnen sie nicht vor und nachbereiten, bringts kaum mehr als das leicht verpuffende Gefühl des vergnüglichen Konsums für die Kinder. So ist das. Die Lesung in Baden war aber sehr schön. Ich glaube, dass du damals nicht bei den gleichen Veranstaltern warst, denn die waren sehr präsent und sympathisch. Und außerdem noch nicht lang im Amt. Und sehr lustig war: Sie waren sich nicht einig, ob wenn von uns beiden "erfolglreichen Schriftstellerinnen" sie nun endgültig einladen. Wenn da also mal was kommen sollte: Unbedingt annehmen. So jetzt schaue ich auf meinen Herbst mit gelb werdendem Bambus und ohne Gaddafi und schreibe dabei das neue Buch. Gestern hab ich meinem kleinen Neffen den Anfang vorgelesen, aber er ist so infiziert, dass er mir dauernd - ob ich wollte oder nicht- Verbesserungsvorschläge machte. :) Herzliche Grüße sendet Andrea
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Saskia Hula am 17.10.2011 |
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Liebe Andrea, dafür, dass du es nicht erklären kannst, hast du es aber sehr schön erklärt. Sehr nachvollziehbar. Fast schon nachmachbar. (Wenn es so leicht wäre!) Ich hatte heute drei Lesungen, von denen zwei ausgesprochen mühsam waren. Und ich wage zu behaupten: Es lag nicht an mir. Also auf die Gefahr hin, dass es die ganze Welt weiß: Ich fand diese Kinder heute Vormittag wirklich ziemlich furchtbar. Ich finde, das gehört auch einmal gesagt! Es gibt ja so ein hartnäckiges Gerücht, dass es sozusagen in der Natur des Kinderbuchautors liegt, Kinder großartig zu finden. Nun, so ist es nicht zwingend. Man kann durchaus Bücher für Kinder schreiben und die Nähe von Kindern trotzdem lieber meiden. (Ich wechsle z.B. meistens den Waggon, wenn ich eine Schulklasse in der U-Bahn entdecke) Dabei mag ich Kinder sogar wirlklich (sonst würde ich nämlich nur mehr Bücher schreiben und nicht mehr in die Schule gehen ...) Aber erstens mag ich Kinder - wie auch alle anderen Menschen - vor allem im Einzelkontakt und nicht als große Masse. Und zweitens mag ich sie - ebenfalls wie alle anderen Menschen - am liebsten, wenn sie liebenswert, kreativ , interessiert und gut erzogen sind. Ja, also so war das heute. Jetzt, wo ich es dir erzählt habe, ist mir gleich viel leichter. Und ich kann mich beinahe schon wieder auf meine morgigen Lesungen freuen ... Liebe Grüße! Saskia Nachtrag am 18.10.: Heute waren die Kinder reizend! Und es hat richtig Spaß gemacht. |
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Andrea Karimé am 8.10.2011 |
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Liebe Saskia, genau weiß ich noch nicht, ob ich zur Buchmesse geh'; ich hab Lesungen und könnte es schaffen, weil ich an Frankfurt vorbeikomme. Falls ja, bekommst du zumindest von der Presiverleihung einen schönen kleinen Bericht. Deinem Buch wünsch ich aber viel Erfolg beim Rumturnen zwsichen den 24000 Neuerscheinungen. Ich mags nämlich eigentlich gar nicht auf der Buchmessse. Finds einfach frustrierend und frag mich jedesmal, warum ich eigentlich unbedingt das vierundzwanzigtausenderste. Buch schreiben möchte. Ja, warum eigentlich? Den Schwalbengarten hab ich natürlich nicht vergessen, wie kommst du darauf? Nicht ein einiziges der, wenn auch tatsächlich unzähligen, Bilder lass ich, wenn möglich, vorbeizwitschern. Der Schwalbengarten ist ja noch eine Erzählung geworden, in der Türkei, als ihr schon wegwart. Von einem alten Mann und seiner Enkelin... Das Bildermachen kannst du aus meiner Sicht wirklich sehr gern mathematisch angehen oder astrophysisch. Hauptsache das Ergebnis ist "poetisch aufscheuchend". Und das ist es doch sicherlich, in Verbindung mit Hauptsatzliebe und Wortwiederhoungen. Womit ich eigentlich sagen will, dass der Weg uninteressant ist. Wo ich die Sachen herhab? Schlicht Einfälle, sonst nichts. Ich glaub, dass ich sehr bildlich sehe und denke, und dass ich einen Hang habe, in allem und jedem das Geschöpf zu sehen, das sich bewegt oder spricht oder kichert. Dann lieb ich noch die Wolken, den Himmel, da existiert nämlich so ein Kleber. Wortkleber. Der Schalbengarten ist so ein Wolkenwort. Du siehst: Erklären kann ich gar nichts. Das Bildliche macht sich wieder breit. Alles Liebe von Andrea |
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Saskia Hula am 8.10.2011 |
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Liebe Andrea, was für ein wunderschönes Bild von den Geschichtenbooten, die nicht immer dort ankommen, wo sie sollen - das muss ich mir unbedingt merken, als Lehrerin ist man immer so schrecklich versucht, alle diese Geschichtenboote an eine einzige Leine zu hängen und mit einem riesigen Dampfer anzuschleppen ... Woher nimmst du überhaupt diese Bilder? Ich habe ja schon versucht, mir da etwas von dir abzuschauen (hast du hoffentlich nicht bemerkt!). Und nach langer Beobachtung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es eine Möglichkeit wäre, einfach mal eine Sammlung aus schönen Wörtern zu machen und sie dann ungewöhnlich zusammenzusetzen. Du erinnerst dich vielleicht an den "Schwalbengarten", an dem wir in der Türkei vorbeigegangen sind? Naja, wahrscheinlich erinnerst du dich nicht, weil dich eh ständig solche Kombinationen überfallen, und zwar ohne dass du danach suchst. Aber ich gebe zu, das ist eine eher mathematische Kompensation und keine sehr poetische, wie ich überhaupt einen eher mathematischen Zugang zum Schreiben habe. Ich mache zum Beispiel gern logische Reihen (was meine Vorliebe für Wortwiederholungen erklären würde), ich mag Symmetrien und Aufzählungen, Parallele und Tangenten und Winkel. Mein mathematisches Interesse hört allerdings ungefähr in der 9. Schulstufe auf, ich stehe eindeutig mehr auf natürliche Zahlen als auf Irrationale, vielleicht bin ich ja deshalb auch so ein Verfechter des Hauptsatzes. So, die Frankfurter Buchmesse kommt auf uns zu - ich nehme an, du fährst hin? Du hast es ja nicht weit, und es kann schon nett sein, so ein bisschen von Stand zu Stand zu wandern (es kann aber auch der pure Stress sein; für mich vor allem deshalb, weil ich mir ja keine Gesichter merke - und zwar gar keine! - und deshalb nie weiß, wen ich da gerade begrüße ...) Deshalb bin ich auch ganz zufrieden damit, dass ich zu Hause bleibe. Eine Geschichte von mir darf trotzdem auf die Messe mit, und zwar im Gepäck von Eva Muszynski, die die Bilder dazu macht. Und das macht es dann auch wieder ein bisschen spannend. Ich freue mich also auf deinen Messenbericht! Alles Liebe! Saskia |
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Andrea Karimé Köln, am 2.10.2011 |
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Ok, liebe Saskia, von hier aus erreiche ich dich sicher, oder? :) Der Schreibbetrieb ist wirklich ein einziges Ärgernis. Wenn man Glück rutscht man rein und wird von den Anforderungen des Markts zermahlen, oder man geht in die Randlage, schimmert ein bisschen und wartet dort auf den Untergang. Oder? Also so oder so ist die Liebe zum Schreiben sehr gefährlich. Interessant ist aber doch wohl, dass man offenbar selbst als annerkannte Autorin nicht anders behandelt wird als ein blutiger Anfänger. Ich wünsche dir jedenfalls einen vollen Mailbriefkasten mit Schreiben, die so beginnen: Wir freuen uns, Ihnen... Danke übrigens für deine wirklich aufbauenden Worte zum Kinderbuchprojekt. Es wird tatsächlich sehr schön. (Lehrerinnen können übrigens einen Klassensatz kostenlos beziehen:) Die Grafikerin macht gerade eine sehr originelles Layout dafür, und nächste Woche geht es in Druck. Also ich freu mich drauf. Die Geschichtenboote kommen zwar nicht immer da an wo es passen würde, aber so ein Boot hat man ja nicht immer unter Kontrolle wenn der Sturm der Worte... Ich bin an meinem Exposee dran, diesmal wird es was Kriminalistisches. Zumindest in Andeutungen. Meine rebellische Figur ist schon da und der Bösewicht auch. Mein Neffe war der Ansicht, es solle ein ganz dickes Buch werden und erzählte auch schon den Beginn der Fortsetzung, ganz in der Tradition einer sehr bekannten, in magischer Zahl erscheinenden Satzzeichen. Hilfe! :) Die kennt er nämlich in und auswendig. Liebe Grüße von Andrea |
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Saskia Hula Wien, am 28.9.2011 |
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Liebe Andrea! Ja, manche Lehrer haben tatsächlich interessante Aufsatzkriterien. Besonders bei Wortwiederholungen spießen sie sich oft mit meinen. Ich mag nämlich Wortwiederholungen, wie du sicher weißt. Warum auch nicht? Wenn es ein wichtiges Wort ist, darf es doch ruhig immer wieder und wieder und wieder kommen ... Ich würde jedenfalls lieber siebzehnmal "Meine Mama" schreiben als auch nur ein einziges Mal "die Frau, die ich meine". Naja, kennst du ja alles. Klingt jedenfalls schön, was du über deine Kindertexte schreibst! Das wird sicher ein wunderschönes Buch! Ich habe ja noch immer keine Zeit zum Schreiben. Was aber nicht heißt, dass ich keine Zeit hätte, um mich über das Schreiben zu ärgern. Nein, nicht über das Schreiben. Sondern über den Schreibbetrieb! Wofür ich nämlich auf jeden Fall Zeit hätte, wäre eine nette kleine e-mail, in der steht: "WIr freuen uns, Ihnen nun endlich den Vertrag für Ihr Buch XY schicken zu dürfen!" Oder auch nur "Wir freuen uns, Ihnen mitzuteilen, dass wir ernsthaft daran denken, Ihnen nun bald doch einen Vertrag für Ihr Buch XY zu schicken". Oder wenigstens "Wir haben wieder einmal darüber gesprochen, Ihnen eventuell bald einen Vertrag für Ihr Buch XY zu schicken." Zur Not würde mir auch ein "Halten Sie durch! Wir sind zwar noch nicht ganz sicher, aber vielleicht bekommen Sie doch tatsächlich einen Vertrag für Ihr Buch XY!" reichen. Aber was kriege ich? Nichts! Im besten Fall eine Abwesenheitsnotiz! Und dann wieder: Gar nichts. An manchen Tagen habe ich echt das Gefühl, die Buchwelt ignoriert mich absichtlich. Was heißt, die Buchwelt. Die Welt. (An anderen Tagen melden sich dann wieder alle gleichzeitig, aber davon habe ich JETZT genau gar nichts!) Und das Schlimme ist: Ich bin eignentlich nur glücklich, wenn etwas passiert. Ich bekomme gerne mails, ich liebe es, wenn mein Telefon läutet, ich mag es, wenn man mich etwas fragt. Und ich hasse es, wenn mir mein e-mail Programm sagt "Sie haben keine neuen Nachrichten": Da fühle ich mich echt persönlich gekränkt. Aber bitte, dann ignoriere ich die Welt eben auch. Dann lese ich eben jetzt ein Buch und schalte meinen Computer einfach ab. Das haben sie jetzt davon! Und falls du was von mir willst: Du weißt ja, wie du mich erreichst! Alles Liebe! Saskia
Nachtrag einen Tag später: Wie das Leben so spielt: Da komme ich nach Hause und finde im Postkasten einen dicken Umschlag mit 20 Briefen von lauter Viertklasslern, die mein Buch "Mamas Liste" gelesen und ganz toll gefunden haben ... Und einen zweiten Umschlag, in dem mir berichtet wird, dass die Kinder eines Kindergartens in Linz "Bei drei auf den Bäumen" innig lieben ... Und dann kriege ich auch noch tatsächlich die mail vom Verlag. Die wegen dem Vertrag, du weißt schon. Nur dass leider drinsteht, dass das mit dem Vertrag nun doch nichts wird, auch wenn das ganz furchtbar schade wäre ... Tja, so ist es, das Autorenleben. Mal toll und mal nicht ganz so toll. Bis bald! Saskia |
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Andrea Karimé Köln, am 23.9.2011 |
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Liebe Saskia, wie gut ich sie kenne, die Maläse, Überschriften, Unterstreichungen, Punkt und Komma. Das Mühsame. Vor allem das, was einem vom Schreiben abhält. Das Geld verdienen. Solange Schreiben und Geld verdienen nicht immer eins sind, gibts eben einen Interessenskonflikt. Kampf um die Bedeutungshoheit. Das Geld verdienen siegt meistens. Trotz Freiberuflichkeit. Wenigstens schreibe ich hin und wieder in der Bahn. Wenn ich keine Ideen notiere, denke ich dort wie du über vieles nach. (Ich müsste auch schon längst Exposee und Leseprobe für ein neues Projekt beginnen, aber ich komme einfach nicht dazu:)) Und manchmal schreibe ich in der Bahn auch einen Blogbrief an dich, wie gerade. Ich komme vom Singwochenende mit Konzert, das sehr schön war und voller Wörter. Gesungen haben wir von Hexen, Eidechspfoten, müden Welten, lauen Mondnächten und winzigen Schneeflocken. Das scheucht das poetische Ich auf. Was sehr gut tut, nachdem ich in der Woche alles andere gemacht habe, als schreiben. Ich tippte zum Beispiel Texte von Kindern, schlug mich mit Druckereien herum, versuchte Übersetzer zu finden und verbrachte Stunden damit, ein Buch aus den getippten Texten zu produzieren. (Dabei lavierte ich mich wenig erfolgreich durch den Dschungel der Lehrerinnenkommentare, die von seltsamem Textverständnis zeugen. Aber das Buch ist voll von gern geschriebenen Gedichten und Geschichten. Texte, über die Kinder bestimmt haben, nicht Aufsatzkriterien. Und das ist wahrscheinlich das Problem.) Aber zwischendurch fahre ich eben auch Bahn und da gibts dann Wörter, mal mehr und mal weniger. Ob sie sich zum Geld verdienen eignen? Darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Liebe Grüße
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Saskia Hula Wien, am 21.9.2011 |
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Liebe Andrea, ich denke im Moment in Bus und U-Bahn auch über vieles nach. Wie ich meine Schulkinder zu einer ordentlichen Heftführung kriege zum Beispiel. Welche Bäume bei uns im Park stehen und woran ich sie erkenne, damit ich meinen Schülern beibringen kann, wie sie sie erkennen können. Wie ich den verdammten Schwimmtermin (Donnerstag 8 Uhr Früh!!!) verschieben kann. (Kann ich nicht, weiß ich eh schon, aber ich HASSE es, in der Früh schwimmen zu gehen!!!!) Ob ich nächste Woche in Englisch lieber das Lied vom Wetter mache oder doch das Buch mit den Tieren. Wann ich meine Jahresplanung machen soll, wo ich doch den ganzen Tag damit beschäftigt bin, den morgigen Tag zu planen. Und dann kommt der Augenblick, an dem ich feststelle, dass ich morgen Schreibtreffen habe, aber keinen Text. Weil ich einfach keine Sekunde Zeit hatte, einen zu schreiben. Auch keine Nerven dafür und - ganz ehrlich - auch kein großes Interesse. Weil ich es momentan wahnsinnig wichtig finde, dass meine Schüler endlich den richtigen Hefteintrag erlernen, du kennst das ja Überschrift in der Mitte und BUNT, danach eine Zeile auslassen, und dann mit FÜLLFEDER der erste Satz ... Und die Großbuchstaben sind genau doppelt so groß wie die Kleinbuchstaben, das große J geht unter die Zeile, das große I jedoch nicht, und wer killern muss, schreibt anschließend mit Bleistift drüber, weil das einfach besser aussieht ... Und der ilsamische Religionsunterricht findet jeden Dienstag von 15:00 bis 15:50 statt, und wer nicht hingeht, kriegt keine Note. Sollte ich je zu einer Stunde freier Zeit kommen, werde ich also meine Jahresplanung machen, die völlig sinnlos ist, weil ich mich sowieso nie daran halte, die aber trotzdem sein muss. So wird der September vergehen, und der Oktober wird beginnen. Irgendwann wird der Tag kommen, an dem ich statt um 17:00 um 14:00 nach Hause gehe und auf einmal nichts zu tun habe. Und genau dann werde ich - möglicherweise - wieder etwas schreiben. Kann gut sein, dass es mit ordentlicher Heftführung zu tun hat. Oder mit den heimischen Bäumen. Oder aber - viel besser - mit dem DÄMLICHEN Schwimmunterricht. Bis dahin tue ich einfach so, als würde ich Bücher schreiben ... Und morgen beim Schreibtreffen höre ich einfach zu. Heftige Schulgrüße! Saskia |
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Andrea Karimé Köln, am 17.9.2011 |
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Liebe Saskia, nebenan schläft der kleine Neffe, nach dem er den ganzen Tag geschrieben und musiziert hat. Wir haben eine Geschichte, die wir immer weiterschreiben, und wo natürlich wir die Hauptpersonen sind. Mit Kühlschrankmagnetwörtern hat er dann noch gedichtet wie ein Weltmeister, während ich das Bad geputz habe. Mein Lieblingsvers war Armträne vergleichen, seins : Donnerkopf ! Wann wieder schreiben? Genau: wann wieder schreiben?, war die Frage der letzten Woche. Momentan kommen wieder Ideen für das nächste Kinderbuch. Im Bus und in der Bahn schreib ich jetzt deshalb immer Einfälle auf. Diese Motibvation war lange weg! Mein aller erster richtig mehrsprachiger Buchworkshop letzte Woche war ganz toll! Das Buch wird heißen "Das Vanillekind und andere Texte der Bärenklasse..." (Vanillekind ist eine Erfindung eines deutschtürkischen Mädchens und heißt auf Türkisch vanillgaçocuk .) Ich bin begeistert. So eine Hin- und Herkooperation mit einer Illustratorin ist ja was ganz Tolles, da beneide ich dich richtig drum. Vielleicht werd ich das auch mal haben. Ich wünsche dir jedenfalls viele Einfälle und Sperriges weg. (Einfach zum Sperrmüllplatz damit! Die Maus freut sich bestimmt! Und wenn sie erst den Wortabfall ankabbert....) Herzliche Grüße vom Wörterberg, Andrea |
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Saskia Hula Wien, am 10.9.2011 |
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Liebe Andrea! Unglaublicherweise ist die erste Schulwoche vorbei vergangen. Alles danach ist hoffentlich nur mehr halb so schlimm. Eigentlich dachte ich ja, ich könnte frühestens Ende Oktober wieder ans Schreiben denken, aber wie es so ist, habe ich mich bereits heute wieder über meine momentan etwas sperrige Bilderbuchgeschichte gesetzt (für die ich übrigens auch in der Türkei am Strand die Idee hatte!), und zwar einfach deshalb, weil mir die Illustratorin, für die ich die Geschichte geschrieben habe, schon ein paar ganz tolle Entwürfe geschickt hat. Da macht es dann gleich wieder Spaß! Überhaupt ist es eine tolle Sache, gemeinsam ein Bilderbuch zu entwickeln - wenn wir das Buch jetzt auch noch an den Mann (bzw. an den Verlag) bringen, dann bleib ich bei dem Konzept! Mein Weihnachtsbilderbuch "Pfoten weg vom Weihnachtsbaum!" ist jetzt auch eingetrudelt, das sieht sehr nett und witzig aus (das soll es auch, denn es ist auch vom Text her eher witzig als besinnlich).Damit kann also die Vorweihnachtszeit beginnen, hurra! (Bei uns hat es heute allerdings noch an die 30 Grad; jetzt langsam dürfte es dann von mir aus langsam kühler werden, im September mag ich nicht mehr ins Bad gehen, und nachdem ich leider keine Dachterrasse, keinen eigenen Pool und auch keinen Schwimmteich habe, habe ich auch nicht viel von dem Wetter; aber ich will auch nicht jammern, denn die Sonne wird mir lang genug abgehen ...) Vielen Dank für das Angebot mit dem Chinesen, aber ich hab eh eine ehemalige chinesische Schülerin, die wird mir hoffentlich vorlesen! So, ich hoffe, du bist wieder ganz in Köln angekommen und es geht dir spätsommerlich gut! Alles Liebe, Saskia
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Andrea Karimé Köln, am 3.9.2011 |
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Liebe Saskia, es stimmt, ich bin erst seit zwei Tagen wieder in Deutschland, und ich laufe herum wie Falschgeld. Am ersten Tag hab ich so mein Viertel mit den Füßen abgemessen. Mehr nicht! Am zweiten zog Wäschegeruch durch die Wohnung und der Kühlschrank wollte gefüllt werden. Das Wetter erleichtert mir Gott sei Dank die Eingewöhnung in Köln, ist es doch so warm hier wie in Istanbul. Sitze also immer noch im leichten Hemdchen zwischen Buchstaben und Sonnenstrahlen. Mailbuchstaben, Tagebuchstaben, Blogbuchstaben usw.
Mit den Ideen magst du recht haben! Leider stellte ich bei meiner Ankunft fest, dass ich wieder Geld eintreiben muss. Es ist unfassbar, wie lange manche Arbeitgeber damit auf sich warten lassen. Motivierend ist das nicht. Ein weiterer Stein auf dem Weg der Selbstdisziplinierung! Gratuliere zu den chinesischen Ausgaben. Hier treffe ich bald einen Jungen, der chinesisch lesen kann. Wenn du mir das Buch schickst, kann ich versuchen es aufzunehmen. Viel Spaß beim Ideenauspacken. Liebe Grüße sendet dir Andrea |
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Saskia Hula Wien, am 29.8.2011 |
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Liebe Andrea, da du ja, wie ich aus erster Hand weiß, gerade nicht bloggen kannst, verzichte ich auf eine Antwort und schreibe einfach mal weiter ... Ich bin also gut in Wien gelandet, habe auf dem Heimweg noch ein paar Berge bestiegen und mir einen höllischen Muskelkater geholt, und jetzt beginnt der Ernst des Lebens wieder. Aus Izmir habe ich ja merkwürdigerweise ganz viele Kinderbuchideen mitgenommen, obwohl wir uns nie mit Kinderbüchern beschäftigt haben. Was übrigens meine Theorie bestätigt, dass man Ideen nicht direkt anschauen darf, weil sie sonst flüchten. Viel besser ist es, sich seitlich zu nähern, so zu tun, als interessierte man sich für etwas Anderes, und dann im entscheidenen Moment - patsch - zuzuschlagen! Was ich hiemit auch tue. Der Koffer ist aufgepackt, die Wäsche ist in der Waschmaschine, und ich schaue mir jetzt mal an, was ich da an Anfängen und Überschriften und Textstückchen mitgebracht habe. Und was ich daraus machen kann. Heute im Postkasten habei ich übrigens die chinesische Ausgabe vom "Lesemuffel" und vom "Mathemuffel" gefunden! Beide schauen wirklich allerliebst aus! Und ich würde nur allzugern einem kleinen Chinesen beim Lesen zuhören! Vielleicht finde ich ja sogar einen, in meinem Viertel wohnen sicher die allermeisten Chinesen Wiens, hier gibt es sogar eine chinesische Buchhandlung! So, du solltest dich ja auch langsam auf den Weg zurück machen. Heute noch Izmir, morgen dann Istanbul, stimmt´s? Und Ende der Woche wieder nach Köln. Ich freu mich darauf, von dir zu hören! Alles Liebe! Saskia |
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Saskia Hula Wien, am 13.8.2011 |
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Liebe Andrea, meine Schreibwoche war sehr produktiv! Ich hatte aber auch die idealen Arbeitsbedingungen: Keine Ablenkungen (wir haben wieder in einem Haus fern von jeder Zivilisation gewohnt), schlechtes Wetter (und damit kein Grund hinauszugehen), Kälte (da bewegt man die Finger gleich schneller auf der Tastatur) und vor allem andere Schreibende rund um mich. Das ist schon ziemlich inspirierend, finde ich. Für mich ist es außerdem eine echte Motivation, etwas zu schreiben, wenn ich weiß, dass ich das anschließend vorlesen soll. Ansonsten neige ich ja ganz gern zum Aufschieben. Ich habe meine begonnene Geschichte tatsächlich fertigbekommen, und zwar gleich zweimal: Zum ersten Mal gleich am ersten Tag. Da hatte ich nämlich endlich eine Idee, wie es weitergehen könnte, und dann hab ich die Geschichte einfach mal runtergeschrieben. Eigentlich hätte es das sein können. Aber dann habe ich mich doch entschieden, eine andere Art Geschichte daraus zu machen, mehr einzelne Szenen, mehr Dialoge, mehr Ausführlichkeiten und so. Und daran habe ich dann in den nächsten Tagen gearbeitet. So wurde aus einer 6-Seiten-Geschichte eine mit 15 Seiten. Eine ziemlich lustige übrigens, finde ich. Gestern in letzter Minute hab ich dann noch den Schlusssatz geschrieben. Heute bin ich nach Hause gekommen und habe das Paket mit meinen neuen Selma-Büchern vorgefunden. Das ist ja immer ein schöner Moment. Fehler hab ich auch noch keinen gefunden (ich hab allerdings auch nicht danach gesucht), nur eine etwas unmotivierte weiße Seite mitten im Buch, das ist ein bisschen komisch. Aber besser als eine schwarze, oder? Meinen Koffer hab ich ausgepackt, aber nicht weggeräumt, weil ich ihn sowieso gleich wieder einpacke. Die Wettervorhersage für Izmir sagt für die kommenden 14 Tage nur eine einzige Wolke voraus, und die an einem Tag mit 33 Grad. So eine Häufung von Sonnentagen hab ich schon lange nicht mehr gesehen, und deshalb freu ich mich jetzt auch schon ganz wild. Auf dich übrigens auch, ich glaub, wir werden es sehr nett haben! Und für das Seminar hab ich natürlich auch nichts vorbereitet. Ich lasse mich überraschen. Zur Not schreib ich halt noch ein Buch fertig, hihi. Bis Dienstag!!! Saskia |
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Andrea Karimé Köln, am 8.8.2011 |
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Liebe Saskia, die Koffer für die Türkeireise sind gepackt. Bald sehen wir uns ja dort. Ich komme mit dem Bus von Istanbul und hoffe ich finde Euch. Ich freu mich so wahnsinnig, allein wegen der Temperaturen, es ist Vlies -und Regenjackenzeit auch in Deutschland und ich bibbere in meinem Arbeitszimmer, das ich nicht heizen mag. (ich bereite übrigens gar nichts vor, Du?) Ich hoffe auch, dass ich unterwegs die leicht zu schreibenden Texte finde, was ja meistens so ist. Ja das finde ich auch bemerkenswert. Manche fließen wirklich wie von selbst aus der Feder. Wie das Himmelsklavier. Am Mustafa hab ich schon mehr "gebastelt". Ich finde es übrigens nicht schlimm, viel Unfertiges mit mir herumzuschleppen. Immer wieder habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich irgendwann mal eine Leseprobe für eine Bewerbung brauche oder gern auf so etwas Unfertiges zurückgreife, das sich dann, eben im günstigen Moment, sehr schnell fertigstellen lässt. Manchmal denke ich, es gibt wie bei Montessori eine "sensible Phase" für Texte. Beim Himmelsklavier war es definitiv so. Die durch den Tod eines Dichterfreundes ausgelöste Frage hat ein ganzes Buch inspiriert und schnell zu Papier gebracht. Meine Schwester hat übrigens sehr schöne Fotos von mir gemacht. Endlich wieder ein aktuelles Pressefoto. Und noch mit dem Himmelsklavierstapel. Wie war deine Schreibwoche? Herzliche Grüße, Andrea
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Saskia Hula Wien, am 1.8.2011 |
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Liebe Andrea! Nein, gar nichts ist verschwunden, ich habe einfach mal von unterwegs in mein Postfach geschaut ... Aber so richtig Wichtiges gab es sowieso nicht. Das "Highlight" war eine Einladung, an einer Weihnachtsanthologie mitzuschreiben, was ich auch gern mache. Ansonsten ist mir das Internet in keiner Weise abgegangen, wir haben so richtig Urlaub gemacht - wenigstens sofern man Urlaub bei 22 Grad machen kann. (Ich bin da ein bisschen sonnenfixiert ...) Zu deinem zerknautschten Himmelsklavier fällt mir auch was ein: Die Belegexemplare meiner Schwester von "Mahlzeit, Monster" waren allesamt falsch gebunden, da gab es doppelte Seite und fehlende, ganz schrecklich!.Sie hat dann vom Verlag zum Trost gleich doppelt so viele - richtig gebundene - Bücher bekommen, das fand ich sehr nett. Ich bin jetzt eine Woche in Wien und fahre dann auf Schreibwoche nach Gutenstein. Ich bin ja schon neugierig, was ich dort zustande bringe. In den letzten Monaten hab ich etwas einreißen lassen, was sonst nicht so meins ist: Ich habe immer wieder was Neues angefangen, ohne das Alte fertigzuschreiben. Jetzt habe ich drei oder vier Anfänge, die ich eigentlich mal weiterspinnen sollte. Irgendwie finde ich es belastend, diese unfertigen Sachen mit mir mitzuschleppen. Es ist schon komisch, wie verschieden leicht mir meine eigenen Texte von der Hand gehen. Manche schreiben sich fast von selbst, da muss ich nur tippen. Und andere (die meisten): Oje, die sind richtig viel Arbeit. Gratuliere zur perfekten Lesprobe! Daran hast du ja nun wirklich lang gearbeitet - ich wünsche ihr einen möglichst baldigen und fulminanten Erfolg! Und deinen Stipendienanträgen natürlich auch! Was das Kombinieren vom Lehrersein und Schreiben betrifft, bin ich ganz zufrieden. Das liegt aber vermutlich daran, dass ich Schreiben so anstrengend finde, dass ich sowieso nicht länger als ein, zwei Stunden am Tag damit verbringen will. Und da bleibt mir dann eben eine ganze Menge Zeit übrig ... So, jetzt muss ich mich aber schön machen für mein neues Verlagsfoto! Und dann durch den Regen (schon wieder, verdammt!!!) möglichst unzerstört zum Fotografen kommen. In der Türkei hat es übrigens durchgehend über 30 Grad. Da können wir uns ja schon mal darauf freuen. Alles Liebe! Saskia |
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Andrea Karimé Köln, am 26.7.2011 |
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Hallo Saskia, heute habe ich das Paket mit den Belegexemplaren des Himmelsklaviers erwartungsvoll aufgemacht und wurde enttäuscht: Neun von zehn Freiexemplaren waren zerknautscht und sahen aus wie vom Wühltisch. Schrecklich! Der Verlag ist aber so nett und lässt mir neue zukommen. Das war dann wieder eine gute Nachricht. Und ich muss die zerknautschten nicht mal zurückschicken! Ansonsten ist die Leseprobe des Zitronenjungen nun picobello! Ich bin sehr zufrieden. Hab zwar von der Agentur noch keine Nachricht, aber das Gefühl, dass sich die Mühe gelohnt hat. Ich mache gerade Pause vom Manuskript, schreibe Bewerbungen für Stipendien und stelle dafür Arbeitsdokumentationen zusammen. Was auch echt schön ist, weil es mir so vielfältig vorkommt. Nebenbei helfe ich mit, den Nachlass meines verstorbenen Dichterfreunds in ein Buch zu bringen. Da gibt so so viel schönes Material, Texte, aber auch Zeichnungen und Aquarelle. Teilweise zwischen Konferenzprotokolle virtuos gekritzelt oder in Kalendern verstreut. Zeugnisse unermüdlicher Produktivität , nebst Lehrerberuf; das was ich nicht schaffen könnte. - Du schon eher, oder? Die Kölner Strandbar kenne ich, meine Schwester hat mich mal mit hingenommen: ein Besuch ist wirklich lohnenswert. Wie ist dir die Internetaskese bekommen? Ich fand das ja echt toll, auch jetzt behalte ich es noch bei, dass ich nur dosiert an den PC gehe. Sind nun wirklich wichtige Nachrichten verschollen? Gutes Ankommen wünsche ich dir jedenfalls und weiterhin schöne Ferien
wünscht dir
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Saskia Hula Wien, am 15.7.2011 |
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Liebe Andrea, wird denn dein Buch wirklich auf Slowenisch übersetzt? Das finde ich aber toll! Vor allem die Möglichkeit, da selbst mit zu übersetzen ... Das stelle ich mir sehr spannend vor. Ich wäre ja gern Übersetzer. Leider kann ich keine Sprache gut genug, aber wenn ich das könnte, würde ich richtig gern übersetzen. Vor allem natürlich meine eigenen Texte;-) Meine Löwe-und-Maus-Geschichten sind übrigens so gut wie fertig, ich war echt fleißig, und außerdem ist mir auch ständig was eingefallen. Jetzt mach ich mal Pause. Nämlich so richtig. Morgen fahre ich in die Toskana. Ohne Laptop. Einfach Urlaub machen. Und ich komme erst in zwei Wochen wieder zurück. Es kann also sein, dass mich wichtige e-mails nie erreichen, weil sie nämlich nach 2 (oder 4?) Wochen automatisch gelöscht werden, wenn ich sie nicht lese. Naja, ich riskiere das mal. Es betrifft sowieso nur die mails. die ich morgen oder übermorgen bekomme. Und vielleicht sind es ja auch 4 Wochen, das wäre natürlich praktisch.Ansonsten muss es der- oder diejenige halt noch mal probieren. Urlaub muss schließlich sein. Gepackt hab ich schon. Also, auf nach Italien! Ich freu mich. Dir eine schöne Zeit! (Köln hat übrigens laut der Zeitschrift "Freundin" neben Wien eine der fünf schönsten Strandbars der Welt, die anderen sind auf den Malediven und so ... Ich kenne die in Wien leider auch noch nicht, aber du kannst dich ja schon mal über die in Köln freuen ...)
Bis bald und ganz liebe Grüße |
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Andrea Karimé Köln, am 10.7.2011 |
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Liebe Saskia,
so jetzt bin ich wieder zurück mit schönen Eindrücken und Wörtern und Bildern als Souvenirs. Zum Beispiel der Abendvogel mit seinem entschiedenen Staccatopfiff, einen Schlag lang, drei Schläge Pause und das den ganzen Abend lang über unserer Terrasse. Oder die Ameisen, die tagelang unermüdlich an der großen toten Grille auf dem Weg gearbeitet haben... |
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Saskia Hula Wien, am 7.7.2011 |
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Liebe Andrea, ja, ein Wunder wünschen wir uns doch alle! Oder am besten gleich mehrere. Kein Wunder also, dass Wunder gut ankommen;-) Deine kleine Nalle musst du unbedingt gut aufheben! Die gefällt mir jetzt schon. Ich liebe ja auch den weißen Neger Wumbaba, kennst du den? Der ist kein Lese- sondern ein Hörirrtum und stammt aus der letzten Zeile von "Der Mond ist aufgegangen": ...(der weiße Nebel wunderbar ...) Ich musste jetzt meine gerade träumerisch entstehende Geschichte kurzfristig in den Tiefschlag verlegen, weil ich nämlich den dritten Band vom Löwen auf dem roten Sofa schreibe, und das ist schon ein bisschen eilig. Naja, nicht so richtig eilig. Aber ich habe ungern Stress beim Schreiben. Ich brauche das Gefühl, dass ich - auch wenn alles schief geht - noch einmal in Ruhe von vorne anfangen kann. Aber ich hoffe natürlich, es geht nichts schief. Der Löwe ist eines der (wenigen) Bücher, bei denen mir das Schreiben wirklich leicht fällt. Da machen die Figuren einfach, was ihnen einfällt, und irgendwie passt es dann immer. Manchmal ist das echt fast schon unheimlich. Ich habe z.B. im letzten Kapitel des zweiten Bandes ein Schaf eingeführt, das seine Herde verloren hatte, und diese Herde bestand aus genau dreihunderteinundzwanzig weißen und zwölf schwarzen Schafen. Man könnte meinen, zwei völlig beliebige Zahlen (was sie natürlich auch waren) Aber, ha! Jetzt, wo ich daran weiterschreibe, habe ich die ganze Herde zusammengezählt und da sind es doch glatt dreihundertdreiunddreißig Schafe in Gegensatz zu genau drei Tieren auf dem Müllplatz (nämlich Löwe, Maus und Schaf), und besser und schöner hätte man sich das doch gar nicht ausdenken können, oder? Das ist natürlich nur ein sehr kleines Detail, aber mich freut es. Ich mag Zahlen nun mal sehr. So, ansonsten gibt es nichts Weltbewegendes zu berichten! Ich bin gespannt, wie deine Urlaubswoche war! Alles Liebe, Saskia |
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Andrea Karimé Köln, am 1.7.2011 |
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Liebe Saskia, herzlichen Glückwunsch zu den Ferien. Ich stoße im Geiste mit dir an. Viele schöne unbeschwerte Stunden wünsche ich dir!! Und die Vorfreude teile ich natürlich. Mein kleiner Kindergedichtzyklus ist fertig und angenommen, was sehr schön ist. Für Kinder zu dichten ist was ganz Besonderes für mich. Die ausgetretenen Pfade zu verlassen und gleichzeitig nicht zu kryptisch zu schreiben. Wie aus einer großen geheinmnisvollen Gewürzmühle süßen Poesiepfeffer fein aufstreuen... Ansonten wird an diesem Wochenende wieder "nur" gesungen. Aber bei so viel Schwingung wird auch das aktuelle Schreiben angestoßen und inspiriert. Und immer wieder passiert es, dass ich irgendetwas in die Noten schreibe. So wurde die lustige kleine Nalle entdeckt, durch falsche Artikulation von preiset ihn alle bei Bach. Mal sehen wo dieser Wortfisch hin will. Hier noch ein kleines Anekdötchen von der letzten Lesung. Ein Junge aus der ersten Klasse fragte zu meinem Kamelbuch:
"Ist das von Jesus und so. Da ist doch auch ein Kamel?"
Viele Grüße von |
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Saskia Hula Wien, am 30.6.2011 |
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Liebe Andrea! Morgen. Ist. Bei. Uns. Schulschluss. Der schönste Tag im Jahr! Es ist unglaublich, wie befreiend so eine Zeugnisverteilung sein kann - dafür nehme ich gern jeden Neid der Welt in Kauf! Und zwar ohne das geringste schlechte Gewissen. Schließlich ist das Schuljahr anstrengend genug. Das Theaterstück haben meine Schüler auch mit viel Begeisterung hinter sich gebracht, jetzt muss ich nur noch die letzten Regale ausräumen, und dann geht es in die Sommerferien. Für 9 Wochen. Außerdem habe ich ziemlich überraschend zwei Buchverträge zugeschickt bekommen - wenn man aufhört, auf sie zu warten, kommen sie anscheinend von selbst. Manchmal jedenfalls. (Meistens nicht) Gedichte schreiben finde ich auch toll, obwohl sich mir nicht so viele Wortschöpfungen aufdrängen wie dir. Ich bin eher der Haus-Maus-Typ, aber wenn man es geschickt macht, kann das ja auch nett sein. Tja, zu meiner schönen Geschichte bin ich diese Woche leider nicht so richtig gekommen. Erstens war ich übers Wochenende in Krummau und hab mich dort ausschließlich den schönen und angenehmen Dingen des Lebens hingegeben, und zweitens ist die letzte Schulwoche eben doch arbeitsintensiv. Aber ich werde meinen Laptop einfach den ganzen Sommer über mit mir herumschleppen. Dann wird schon der eine oder andere Text entstehen, hoffe ich. Wie wirst du denn den Sommer bis zu unserem Türkeitreffen verbringen? Vorfreude- und feriengetränkte Grüße! Saskia |
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Andrea Karimé Köln, am 23.6.2011 |
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Liebe Saskia,
freut mich, dass dir mein Amselglissando gefällt, das Original stammt aus einer Blanka Beirut Kolumne von ich weiß nicht wann. Typischer Fall von Sichselbstzitieren wenn einem nichts einfällt...:) Ich mach ja grad auch was, was ich nicht gewohnt bin: Gedichte für Kinder schreiben. Das macht so wahnsinnigen Spaß, allein weil so lustige Wortgesellen aufgetaucht sind, die mich durch gezielte Nasenstüber inspirieren. So gibt’s eben immer was Neues.
Das aktuelle Projekt zieht sich aber ein wenig. Nun ja ich denke aber dass es sich lohnt und dass ich wahnsinnig viel dran lerne! Manchmal möchte ich auch gern mehr Zeit haben. Was ich tun würde? Mit einer komplett freien Woche? Irgendeinen Yoga oder Taiji Retreat. Wandern käme ich ein Stück mit und dann nach Australien. Ich wünsche dir weiter viel Spaß beim freien klaren Spaziergang durch deinen Textkosmos. Andrea |
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Saskia Hula Wien, am 18.6.2011 |
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Liebe Andrea, dein wunderbares Amselglissando hab ich gleich in meine neue Geschichte eingebaut! Jedenfalls mehr oder weniger. Ich habe nämlich eine neue Idee, was heißt Idee, ich bin mitten in einer neuen, kleinen Geschichte, von der ich überhaupt nichts weiß außer das, was bereits passiert ist. Ich bin ja sonst auch nicht so besonders strukturiert beim Schreiben, aber dass ich so wenig weiß, ist auch bei mir selten. Es ist fast ein bisschen wie Träumen, nur nicht so ungeordnet. Da es aber eine märchenhafte Geschichte ist, gehe ich ihr einfach mal nach wie der Held im Märchen, der sein Glück in der Welt machen will und warte gespannt darauf, was hinter der nächsten Kurve ist: Drache oder Prinzessin. Ansosnten beneide ich dich um dein Chorwochenende, weil ich Chorwochenenden einfach toll finde, aber nie eines habe, weil ich ja in gar keinem Chor mehr singe. Nur in unserer privaten kleinen Singrunde, die aber keine Wochenenden macht und auch nicht ganz so professionell ist wie ein richtiger Chor mit einem richtigen, wunderbaren Dirigenten. (Du weißt, ich liebe Dirigenten ...) Irgendwie ist es schwieirg, alles im Leben unterzubringen, was man gerne machen würde und dabei noch keinen Stress zu haben. Ich würde zum Beispiel auch gerne mal eine ganze, große Strecke durch die Welt wandern, aber irgendwie hat diese Wanderwoche nie Platz in meinen Ferien, obwohl die ja durchaus lang genug sind. Fast jedenfalls, denn wären sie wirklich lang genug, würde sich alles ausgehen. Die Chorwoche, die Tanzwoche, die Wanderwoche, die Woche auf der Alm ... So gehen sich gerade mal 2 Wochen Toskana, ein bisschen Burgenland, eine Schreibwoche in Österreich und eine in der Türkei aus, dazwischen ein bisschen Familie und Bad und Schanigarten.. Eigentlich eh total viel. Da muss das Chorsingen halt leider warten. Was singt ihr denn überhaupt Schönes? Und was würdest du tun, wenn du ein paar zusätzliche Wochen hättest?
Liebe Grüße, |
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Andrea Karimé Köln, am 14.6.2011 |
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Liebe Saskia,
über Pfingsten habe ich ein Chorprojekt mitgemacht und war komplett offline, was echt selten ist. (Ich hatte Rundumdieuhrerreichbar, die typische Krankheit der Freiberufler.) |
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Saskia Hula Wien, am 5.6.2011 |
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Liebe Andrea! Im Moment wäre mir ein Schreib-Badesee lieber! Es ist soooo heiß bei uns! Ich brauch aber sowieso nur mehr die Kapitelüberschriften, dann bin ich fertig. Dabei finde ich Kapitelüberschriften völlig sinnlos! Ich habe noch nie in meinem Leben eine Kapitelüberschrift gelesen! Wenn überhaupt Kapitel - die ich bei einem Text von insgesamt 30 000 Zeichen sowieso nicht brauche - dann doch bitte Nummern! Aber Verlage lieben anscheinend Kapitelüberschriften! Immer wenn ich denke, ich bin fertig, kommt dieses "Würden Sie uns bitte noch die Kapitelüberschriften schicken?" Gratuliere zum Rundfunk-Interesse! Das ist doch mal was ganz anderes, oder? Das Schreiben auf Zeichen finde ich spannend, das habe ich immer wieder mal einfach so für mich probiert- eine Geschichte auf 5000 Zeichen kürzen oder so. Wenn man sich selbst zum wilden Kürzen zwingt, bekommt man ein gutes Gefühl für notwendige und überflüssige Wörter. (Meine jetzige Geschichte lebt allerdings eher von der Fülle, und das macht auch Spaß ... so gibt es halt keine Regeln, die man nicht auch brechen kann) Ja, so eine Miniwerkstatt ist sicher was Feines! Etwas Ähnliches können wir ja im Sommer in der Türkei ebenfalls veranstalten (Oje, das werden karge Zeiten für unseren Blog, fällt mir gerade ein!) Ich habe ja in Wien ein Schreibtreffen alle zwei Wochen. Bei uns sind weniger alte Hasen dabei, wir sind eine ganz gemischte Gruppe mit sehr gemischten Texten, aber es ist jedes Mal sehr anregend und spannend. Wollten wir nicht auch mal so ein Schreibwerkstatt-Wochenende veranstalten? Naja, das können wir ja immer noch machen, wenn es wieder kalt und grau ist. Damit wir auch dann noch einen Grund zur Freude haben. So, aber jetzt auf zu den Kapitelüberschriften! Die ja gar nicht so einfach sind, wenn man sie ernst nimmt. Noch einen wunderschönen Sonntag!
Liebe Grüße von |
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Andrea Karimé Köln, am 3.6.2011 |
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Liebe Saskia, schön, dass du wieder am Schreibfluss bist!!! An diesem Fluss sitzt ich am liebsten und man schwimmt da so herrlich!! Also das dir nette kleine Szenen einfallen, daran hab ich nie gezweifelt. Deine Ideen sind doch immer sehr knackig und originell. Trotzdem ist die Liebe zur Kürze auch sehr hilfreich, glaube ich. Also bin schon sehr gespannt auf die Geschichte. Bei mir ist es ja eh von je her so, dass alles länger werden muss, ausführlicher usw. Ich hetz immer erst eine viel zu kurze Fassung ins Computer Grau und dann muss ich noch auffüllen, wegen Sprüngen, Knappheiten, Unlogik, ect.
Ich habe in dieser Woche für den Rundfunk geschrieben und heute weggeschickt. Am Sonntag hatte ich ein erstes Miniwerkstatttreffen. Das ist schon super, so alte Autorenhasen finden immer gleich die Knackpunkte. Es ging um die Zeiten. Ich hab die verwirrend überlegert, wie ich es gern in Romanen und Erzählungen mache. Deshalb ist es mir gar nicht aufgefallen. Der Text funktionierte an den Stellen gar nicht. Diese Erkenntnis war sehr inspirierend und löste eine Schreibwelle aus. Die Agentin hat die Leseprobe nun und wird sich bald melden. . Einen schönen Tag am beliebten Schreibfluss gewünscht Andrea
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Saskia Hula Wien, am 2.6.2011 |
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Liebe Andrea, so, nun hat mich das Schreiben wieder eingeholt! Ich sollte nämlich eine Geschichte, die ich vor längerer Zeit geschrieben habe, überarbeiten und verlängern, was ja normalerweise nicht so toll ist. Also, das Überarbeiten schon, das liebe ich ja sehr. Aber Verlängern? Das ist für mich eher schlimm. Viel zu groß ist die Gefahr, dass man eine in sich stimmige Geschichte mit Krampf in die Länge zieht ... Und warum etwas lang um etwas herumreden, was man auch kurz ausdrücken kann? Aber diesmal hat es wunderbar geklappt. Mir sind lauter nette kleine Szenen eingefallen, die eindeutig noch gefehlt haben, und jetzt ist die Geschichte nicht nur um die Hälfte länger, sondern sicher doppelt so gut. HA! Das sind die Momente, in denen ich gerne schreibe! Bei deinen schönen Gedichte-workshops wäre ich übrigens sehr gerne mal dabei. Ich glaube, du machst das ganz toll! Und an eine Koffergeschichte hab ich auch schon gedacht, allein, um dieses Ungetüm von Koffer vor den Lesungskindern zu rechtfertigen. Aber bisher ist mir nichts eingefallen. Naja, kann ja noch kommen. So, ich mache mir jetzt Frühstück. Vor lauter Schreiben hab ich noch nichts gegessen. Unglaublich, was!!!??? Begeisterte Schreibgrüße, Saskia |
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Andrea Karimé Köln, am 28.5.2011 |
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Liebe Saskia, schön wie du schreibst:
Egal!
Auch die Prinzessin wird den einen oder anderen Satzfund noch machen. Manche Geschichten kommen in einem sehr eigentümlichen Tempo zustande. Das kenn ich auch. Der Onkel Mustafa wurde zig mal überarbeitet. Seit 2007 war ich dran und letztes Jahr erst ist er fertig geworden. Mein Koffer ist auch kaputt. Eigentlich sind beide Koffer kaputt. Der große, den ich gern für das Erzähltheater nehme, weil da auch große Kamele reinpassen, und der mittlere, den ich gern auf Lesereisen ab 2 Tage aufwärts nehme. Jeweils der Griff! Mein Stiefvater bot sich an, beide zu reparieren, Das werde ich also nun in Anspruch nehmen. Die Lesereise in Bade Wörderberg war toll und abwechslungsreich. Ich habe das erste Mal in einer Realschule, 5.Klasse gelesen; den Mustafa. Hat super geklappt. Gespräche auf ganz anderem Niveau! Der Workshop war auch sehr schön. Kleine Gedichte sind enstanden. Selbst Jungen haben was geschrieben. Zum Beispiel über eine Sternenhimbeere, die dem Jungen fantastisch nach Himmel geschmeckt hat. Oder über das lebendige Meereskleeblatt. Klein und verschrumpelt, aber glitzernd und süß waren die Texte der Kinder.
Liebe Grüße von |
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Saskia Hula Wien, am 26.5.2011 |
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Liebe Andrea, sei froh, dass nichts mehr in deinen Koffer passt! Ich habe mir - nachdem mein lanjährig erprobter, roter Koffer kaputt gegangen ist, in einem Anfall von Wahnsinn den teuersten und größten Koffer der Welt gekauft. Für Lesereisen, fand ich, könnte man sich schon mal ein bisschen Luxus leisten. Dann war ich das erste Mal mit ihm unterwegs. Er war trotz all meiner Lesungssachen nicht mal halb voll (dazu müsste ich vermutlich mindestens 4 Wochen unterwegs sein), was dazu geführt hat, dass alle Sachen darin irgendwie herum gekugelt sind. Gleichzeitig war er aber so schwer wie immer, nur viel größer. Voll hätte ich ihn aber sowieso nicht heben können. So hatte er eben noch dazu einen ganz blöden Schwerpunkt, und ich war jedesmal froh, wenn ich ihn übehaupt in den Zug hinein gekriegt habe. Am Ende habe ich ihn umgetauscht - (gegen seinen kleinen Bruder, der, merkwrdigerweise genauso teuer war) und meinen alten Koffer habe ich reparieren lassen. (Die Adresse, wo man solche Koffer reparieren lassen kann, hat mir der Vekräufer des neuen Koffers gegeben, NACHDEM ich den neuen Koffer gekauft hatte!) Tja, also wenn du mal einen tollen Koffer brauchst, sag es mir einfach. Angeblich kann ein Zug über ihn drüber fahren, ohne dass ihn das stört. (Der Laptop im Koffer ist dann natürlich hin und die Weinflasche ist zerbrochen, aber den Koffer musst du nur aufstellen und ausbeulen ...) Ich wünsche dir eine schöne Reise zum Wörterberg! (Das wäre doch auch eine schöne Büchidee ... "Die Reise zum Wörterberg" oder so) Ich versuche gerade, eine Prinzessinnengeschichte zu schreiben, in der es um eine äußerst ungezogene Prinzessin geht. Der Anfang gefällt mir sehr gut - seit etwa vier Jahren. Immer wieder mal mache ich einen Versuch, weiter zu schreiben. Bis jetzt war ich dabei leider relativ erfolglos. (Relativ, weil ich jedes Mal um einen halben Satz weiter gekommen bin) Naja, egal. Der Sommer kommt.
Alles Liebe! |
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Andrea Karimé Köln, am 24.5.2011 |
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Liebe Saskia, mit Nichten bin ich fertig, bzw m it Neffen! :) Ich fahre nämlich heute nochmals für drei Tage nach Baden Würtemberg, oder auch Baden Wörterberg genannt, Stuttgart und südlicher. Danach ist erst Sense mit den Lesungen, nur noch zwei im Juni und zwei im August. Dann Pause bis Oktober. Aber Wörterberg klingt doch eigentlich hübsch oder? (Nur muss ich aktuell dauernd dran denken, dass ich gar kein Desinfektionsmittel dabei hab. Wegen dem Erreger. Sowas habe ich bisher nur nach Kairo mitgenommen!!! Man soll ja selbst Bananen abwaschen. Was ich heute morgen nicht über das Herz gebracht habe!) Die Lesereise Wörterberg wird sehr abwechslungsreich: werden Wörkshop mit Viertklässern, Nachmittagslesung in einem Bettengeschäft!!, Realschullesung (was ich noch nie gemacht hab) und Grundschule wie immer. Das mit dem Reimen finde ich sehr, sehr gut, habe aber bedauerlicherweise kein Talent . Ich hab's mehr mit den Sprach- Bildern. Auf dein Hasentheaterstück :) bin ich sehr gespannt. Sicher ist das mit den Reimen super. Reimende Hasen! Perfekt! Mira Lobe kenne ich übrigens auch, vor allem das von dir genannte Buch mag ich, aber auch andere, die mir in erster Linie im pädagogischen Bereich begegnet sind. So jetzt mach ich mich los, die Sonne scheint schon fast aufdringlich, welche Jacke ist geeignet? Platz im Koffer ist keiner mehr: Abertausend Requisiten und Arbeitsmittel haben die Zugänge schon lang verstopft! Andrea |
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Saskia Hula Wien, am 23.5.2011 |
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Liebe Andrea, mittlerweile solltest du eigentlich mit deinen vielen Lesungen fertig und zu den Buchstaben zurückgekehrt sein, oder? Ich habe mein Hasen-Theaterstück abgeschlossen, meine vorletzte Lesung gehalten und bereite mich schön langsam auf den Schulschluss vor. Mit meiner Klasse werde ich zum Abschluss "Das kleine Ich-bin-Ich" von Mira Lobe aufführen, das liebe ich so sehr, dass es meine Schüler ruhig auswendig lernen sollen ... Ich kenne kein Buch, das sprachlich so perfekt ist! Leider ist Mira Lobe ja in Deutschlang gar nicht sehr bekannt, so viel ich weiß. Österreichische Kinder hingegen (jedenfalls die meiner eigenen Generation) sind alle mit ihr aufgewachsen, und das ist auch gut so. "Das kleine Ich-bin-Ich" ist auf jeden Fall ein Buch, das man immer und immer und immer wieder lesen kann, ohne dass es einen nervt. So ein Buch muss ich auch unbedingt mal schreiben! (Mich nervt nämlich jedes meiner Bücher irgendwann, wenn ich es nur oft genug vorlese ...) Und unglaublicherweise ist es - obwohl es vermutlich an die 40 Jahre alt ist - absolut nicht veraltet. Ich finde ja Reimen überhaupt ganz toll; für das Hasenstück habe ich auch ein paar Liedervorschläge gemacht, das war eine richtig nette Arbeit. Aber an Mira Lobe komme ich, fürchte ich, noch nicht heran. Wie hältst du es mit dem Reimen?
Alles Liebe!
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Andrea Karimé Niedersachsen, am 16.5.2011 |
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Liebe Saskia,
ich sitze gerade wieder in einem Hotelzimmer, Lesereise Niedersachsen. Die Lesungen in der Schweiz waren toll, bis auf die letzte von 12, bei der ausgerechnet die Veranstalterin dort war. Ich hatte Drittklässler vor mir, die von einem pubertären Gekichere ins nächste gefallen sind, und überhaupt nicht mitmachten. Darauf war ich nicht gefasst, und ich bin denkbar ungeschickt damit umgegangen. Nämlich im Prinzip gar nicht! Das ist mir eigentlich noch nie passiert, aber bekanntlich gibt es ja für alles ein erstes Mal! Na ja ich tröste mich mit der Erinnerung an die anderen 11 und die köstliche schweizer Luft, den sehr guten Kaffee überall, die niedlichen schwarzen Schafe, die sich als schokobraun herausstellten und die tollen KollegInnen. Auch die SchulkulturmitarbeiterInnen waren großartig. Und der Bahnverkehr hatte mit dem Pannenladen DB gar nichts zu tun. Alle Anschlüsse klappten vorbildlich. Gestern in Schwarme (das ich so gern Vogelschwarme nenne) bei Bremen war ich in einer sehr netten Schule. Den Kindern hat das Kaugummibuch sehr gut gefallen. Ich war verblüfft, dass auch Erstklässler sich so gut in den Grauen und sein Gedankenkarussell hineinversetzen können. Das war richtig toll. Auch war die Lesung (wie auch fast alle in der Schweiz) sehr gut vorbereitet. Nächste Woche geht’s bei mir noch nach Baden-Württemberg und dann habe ich eine Pause und kann endlich mal wieder mit der Anordnung der Buchstaben auf ein Blatt beginnen. Ja, ich fand es auch schade, dass ich nicht nach Gleisdorf kommen konnte. Gab es diesmal wieder Urkunden? Ich liebe übrigens auch die Hauff Märchen. Ich fand sie schon als Kind viel geheimnisvoller und bildreicher als die Grimmschen. Man tauchte dort in unendlich viele Stockwerke unter der Erde, dachte ich damals. Die Idee die Buchmassen einzudämmen ist skurril. Das Bedürfnis hab ich aber auch immer, wenn ich auf der Buchmesse bin. Auch Massenbücher sind ja nur bedingt notwendig. Ponihofbücher zum Beispiel gibt es einfach zu viele. Mit der Buchpreisliteratur habe ich gar kein Problem. Ich finde immer wieder viele schöne, kindgerechte und originelle Bücher in den Listen. So ein Preis ist ja nichts im Vergleich zu dem Starthonorar, das die Autorin der scheußlichen Vampirromane bekommen hat. Wenn das nach Qualität ginge, könnte die abdanken!
Liebe Grüße |
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Saskia Hula Wien, am 14.5.2011 |
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Liebe Andrea, über dein Kaugummibuch wurde natürlich nur das Beste gesagt - von poetisch über leise und besonders bis zu humorvoll und anrührend ... Schade, dass du nicht da warst!!! Überhaupt war das eine ganz tolle Preisverleihung, wie ich sie gar nicht erwartet hätte. Die 14 Bücher wurden - egal, ob sie tatsächlich den Preis gewonnen hatten oder in der Kollektion gelandet waren wie unsere beiden - völlig gleichberechtigt vorgestellt. Der einzige Schönheitsfehler war, dass mein Buch das allererste war, das sozusagen auf die Bühne gerufen wurde (nämlich in Form von Ulrike Möltgen und mir) und ich etwas überfordert war von der Frage, wo ich stehen und wohin ich jetzt schauen soll. Deswegen gibt es, fürchte ich, auch von uns kein Foto, auf dem wir mit Frau Minister Schmied gemeinsam unsere Urkunde präsentieren. Aber es soll nichts Schlimmeres in meinem Leben passieren. Ich habe mich gefreut, Ulrike Möltgen endlich mal kennen zu lernen. Sie ist eine ganz, ganz nette und ich hoffe, wir machen wieder einmal ein Buch miteinander. Die letzten Tage war ich ja auf Lesereise in Gleisdorf, deswegen hast du von mir auch nichts gehört. Das Hotel hatte zwar so eine Art Internet-Station, doch die hatte anscheinend den Auftrag, jeden Gast nach ein paar Minuten wieder rauszuschmeißen. Das war ziemlich nervig und eindeutig nicht das Richtige für einen ernsthaften Blogeintrag! Meine Lieblingsmärchen sind übrigens "Die drei Hunde" und "Zwergenmützchen", beide von Ludwig Bechstein. Außerdem mag ich die Märchen von Wilhelm Hauff sehr gerne, aber die sind halt schon was ganz anderes als die Volksmärchen. Noch viel gruseliger ... Und was ich mir von der Kinder- und Jugendliteratur wünsche? Das kommt darauf an. Von der Ponyhof-Literatur wünsche ich mir mehr Tiefgang, mehr Sprachgefühl, mehr Eigenständigkeit. Von der Kinderbuchpreis-Literatur hingegen wünsche ich mir mehr Schlichtheit, mehr Kindgerechtheit, mehr Leichtigkeit und auch mehr Mut zum Schönen. Mut wünsche ich mir überhaupt - vor allem von den Verlagen. Mut zur Vielfalt, Mut zum Leisen, Mut zum Besonderen. Und auch Mut zum Verzicht! Ich fände es schön, wenn man die Massen an neuen Büchern eindämmen könnte (was natürlich aus der Sicht des Autors absurd ist, ich weiß, denn dann würden womöglich auch meine Bücher eingedämmt.) So, das wars für heute. Ich muss mich meinem Hasen-Theaterstück zuwenden, an dem ich gerade schreibe. Ist mal was ganz anderes, sehr unbelastet und eine interessante Herausforderung. Bist du schon zurück aus der Schweiz? Und wie war deine Lesereise? Alles Liebe, Saskia
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Andrea Karimé Köln, am 3.5.2011 |
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danke für die poetischen Strudelrezpte. Da ich ja bald Geburtstag habe, passt das gut! Und ein Saskia Hula Kochboch hätte ich dann gern dazu! Die Idee mit dem Märchenbuch hatte ich auch schon mal mit den arabischen Geschichten, die noch nicht so bekannt sind. Mach doch! Ich finde so etwas sehr sinnvoll! Und ganz sicher kannst du sie in der ein oder anderen Weise literarisch bestäuben. Mein Lieblingsmärchen ist übrigens immer noch der Kalif Storch. An zweiter Stelle Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen. Passt doch oder? Von beidem finde ich was in meinen Büchern, sowohl vom Ernst als auch vom Zauber. Wie sieht es bei dir aus? Heute beginne ich mit der Überarbeitung des zweiten Teils. Nebenbei kam die erste Anfrage zu einem bezahlten Interview von der Heinrich-Böll-Stiftung. Das ist die Senstation des Tages. Jetzt gibts da auch so einen netten Fragebogen. Im Juni werde ich dort vorgestellt Besonders interessant fand ich die Frage, was wünschen Sie sich von der deutschen Kinder-und Jugendliteratur? Ja was wünsche ich mir denn? Darüber mache ich mir nun ziwschen Geschichtenbuchstaben Gedanken. Eines weiß ich sicher. Ich wünsche mir viel mehr Originalität und Zielgruppenoffenheit. Mehr Farben statt Blau und Rosa, mehr Bücher von Steinhöfel und Löbner. Was meinst du? Es ist schade, dass wir uns am Wochenende bei der Verleihung des Kinderbuchpreises nicht sehen, du musst mur genau sagen, was über mein Kaugummibuch gesagt wurde, ja? Die viel Spaß und Ehre dabei. Liebe Grüße aus winterkaltem Köln, Andrea
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Saskia Hula Wien, am 29.4.2011 |
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Liebe Andrea! Hier gleich einmal das Rezept: 2 Stange Lauch kleinschneiden, mit 1 Becher Kaffeeobers und einem Gemüsewürfel weichdünsten, eventuell noch ein bisschen Schinken dazu. Das ganze in 2 fertigen Blätterteigen einrollen, mit Eidotter bestreichen und ab in den Ofen, bei 180 Grad eine halbe Stunde (oder auch länger ...) Mehr habe ich heute leider nicht zu bieten. Vielleicht sollte ich mal über ein Kochbuch nachdenken. Das wäre genauso kurz wie meine anderen Bücher und würde folgende 10 Rezepte enthalten: Lauchstrudel, Fleischstrudel, Krautfleckerln, Gemüsereis, Curry-Fisch, Nudeln mit Gorgonzolasauce und buntem Paprika, Kaiserschmarren, Griesauflauf, Apfelstrudel und Himbeerbombe (das ist die Geburtstagstorte für meine Kinder) Das könnte doch eine echte Marktlücke sein. Ich bin sowieso überzeugt davon, dass wir heutzutage überall und immer von allem zu viel haben. Und ich könnte ja zu jedem Gericht noch ein kleines Gedicht schreiben ... Aber Achtung, bevor sich jetzt ein Verlag für mein Kochbuch meldet: Viel lieber würde ich endlich mal ein richtig schönes Märchenbuch machen! Mit den wunderbaren Märchen von Ludwig Bechstein. Die gibt es im Moment nämlich leider nur in einer ziemlich verstaubten Version, die man Kindern kaum mehr vorlesen kann. Ich würde sie ganz zart entstauben, etwas frische Luft ins Zimmer lassen und die Farben eine Spur auffrischen. Das täte ihnen gut, ganz sicher. Was meinst du dazu, Andrea? Hast du eigentlich ein Lieblingsmärchen? Für heute ein paar golddurchwirkte, seidenversponnene Grüße!
Saskia |
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Andrea Karimé Köln, am 26.4.2011 |
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Liebe Saskia, Lauch ist bei mir und im Rheinland Lauch und bei meiner Mutter und Oma in Nordhessen Poree. Lauchstrudel klingt lecker und inspirierend. Bei Gelegenheit musst du mir mal das Rezept geben. Auch der Blick aufs mittelalterliche Dubrovnik gefällt mir, aber zu Fantasy würde mich gar nichts reizen. Ich kann das gut verstehen, dass du das Gefühl hast, immer nur Ideen hast, die es schon gibt, denn ich glaube, dass es auf dem Gebiet eh nichts aber auch gar nichts Originelles mehr gibt. Neulich hab ich in Reckless von Funke reingelesen, mein Neffe hatte es liegen und irgendwie hatte ich den Bildungsdrang, dann dachte nur nur entsetzt: Das hab ich alles schon mal bei ihr gelesen, nur andere Anordnung der Wörter. Dramatik der Figuren ähnlich, vielleicht andere Namen, Orte, Farben, usw. Selbst der Plot nicht wirklich einzigartig. Also bleib doch schön bei deinen originellen Ideen. Den Ähnlichkeitschock hatte ich bei dir noch nicht! Meine Osterfamilientage waren auch sehr schön, mit Mutter, Schwester, Neffen und sehr viel Sonnenschein, Wandern und Grillwürstchen. Allerdings auch Regionalzugbierflaschenstress. Gegröle, Schnapsleichen. War aber nicht lang! Zwei Tage hatte ich ganz frei, ohne einen Blick in mein aktuelles Manuskript, aber nun muss es weitergehen. Pünktlich dazu wird es hier kühler und auf dem lausigen Balkon ungemütlicher, der ja ansonsten permanent in meine Buchstaben flüstert. Die Figurenentwicklung ist nun vorerst abgeschlossen. Jetzt gehts an die Geschichte, die ja schon da ist und nun angepasst werden muss. Was echt mühsam ist, aber auch zum Teil leichter, weil ich ja die Figuren jetzt besser kenne. Schreiben ist leider grad viel Arbeit. Liebe Grüße vom Buchstabenberg, Andrea
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Saskia Hula Wien, am 23.4.2011 |
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Liebe Andrea, ja, so kleine originelle Zuhörer sind tatsächlich etwas Wunderschönes! Mir tut es ja im Moment wirklich leid, dass ich so wenige ganz kleine Kinder um mich habe - dabei kann ich über Kindermangel eigentlich nicht klagen, du kennst ja meine 18 Schüler, die haben auch einiges an Persönlichkeiten zu bieten. Trotzdem sind es die richtig Kleinen, die von 1-3, die ich am liebesten beobachte. Die gerade ihre ersten Schritte in die Welt der Sprache machen, die ihre ersten Wörter entdecken und wie man mit ihnen bauen und gestalten kann ... Das hat so etwas Ursprüngliches und oft auch so etwas Witziges und manchmal auch so etwas Wahrhaftiges ... Das mit deiner abgesagten Lesereise tut mir leid. Ich hoffe, es hat sich in der Zwischenzeit etwas Neues (und viel besser Bezahltes!) ergeben? Manchmal ist es ja so. Mein Urlaub ist auch schon wieder vorbei, das ist so schnell gegangen, aber ich habe einen wunderschönen Blick vom Berg auf Dubrovnik mitgenommen und eine sehr vage Idee. Vermutlich zu vage. Mittelalterliche Städte bringen mich immer dazu, irgend so eine mittelalterliche Geschichte schreiben zu wollen. Nur habe ich leider keine Ahnung vom Mittelalter, worauf ich dann eher so in Richtung Phantasy denke, wovon ich ebenso keine Ahnung habe. Außerdem fallen mir dann immer schon tolle Geschichten ein, die es bereits gibt und die genau so sind, wie ich sie gerne schreiben würde, und schließlich gebe ich irgendwann ermattet auf und schreibe eben doch wieder das, was ich kann. So, das wars von mir so knapp vor Ostern. Jetzt muss ich einkaufen gehen, weil morgen meine gesamte Familie bei mir im Burgenland Lauchstrudel isst. (Lauch ist bei euch vermutlich Porree!) Und bevor es wieder keinen mehr gibt, muss ich jetzt schnell den gesamten Lauch aufkaufen. Ich hab nämlich eine ziemlich große Familie. Ich wünsche dir also schöne Ostern und ganz viel Sonnenschein! Saskia |
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Andrea Karimé Köln, am 15.4.2011 |
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Liebe Saskia, jetzt bist du bestimmt schon auf Urlaub, und genießt helles Licht und viel Wasser. Hie und da ein Fisch, ein Buchstabe? Ein Wort? Heute gabs düstere Nachrichten für mich: Ein ganze Lesewoche wurde mir abgesagt. Vier Wochen vorher. Alles eingeplante grüne Zahlen. Die sind jetzt rot und zieren das Jäckchen unangenehm. So ists mit der Freiberuflerei. Eine Buchserie zu konzipieren, ist für mich auch nicht attraktiv. Eine Kollegin meinte mal: Och das geht, nur ist komisch, dass die Protagonisten nie älter werden. Ehrlich gesagt, dass Protagonisten überhaupt immer wieder herhalten müssen ist für mich undenkbar. Vielleicht zweimal. Aber allerhöchstens. Danach würde mich auch die Langeweile packen, wie dich! Heute hatte ich die letzte Lesung im April. Es waren 7 Tage hintereinander, und das ist auch ganz schön anstregend. In der letzten Lesung war ein kleiner Erstklässler, der die ganze Zeit still zugehört hat. Am Ende der Lesung stellte er sich hin, drehte seine Hand zu einer Fingerspirale und meinte strahlend, auf seinen Kopf hauend: Da war ein Idee in mein Kopf gefallen. Die musste er natürlich noch verkünden, und wir hörten alle die Geschichte vom komischen Wasser und dem Durst. Für sowas allein lohnt die Mühe. Liebe Grüße von Andrea |
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Saskia Hula Wien, am 13.4.2011 |
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Liebe Andrea! Im Zahlenjäckchen würde ich dich aber gern mal sehen! So in Samt und Seide und ein bisschen Brokat ... Würde dir stehen, glaub ich. Lauter Zahlen, große und kleine ... Schön. Eine Serie würde dir dagegen wohl weniger gut stehen. Zumindest keine Ponyhofserie. Ich habe es auch noch nie geschafft, eine Serie zu konzipieren. Jedesmal hat mich bereits beim Daran-denken die Langeweile gepackt, was natürlich dumm ist, denn es könnte ja eine ganz tolle, spannende Serie sein ... Mein Problem ist, dass ich mich immer ganz furchtbar unter Druck fühle von etwas, das toll oder spannend oder lustig sein soll. Dann fallen mir garantiert nur extrem depremierende Dinge ein. Genauso, wie mir nur eine Urwaldgeschichte eingefallen ist, als die Illustratorin, mit der ich unbedingt ein Bilderbuch machen wollte, gemeint hat: Alles, nur kein Urwald, ja? So bin ich zu meinem Urwald-Bilderbuch gekommen. (Und auf die Ehrenliste, gleich neben dich, ha! Das muss ja auch mal erwähnt werden, oder??? Wozu haben wir sonst eigentlich diesen Blog?) Das mit dem Apfelbaum hast du falsch verstanden. Ein Autor hat auf einer Lesereise in Südtirol tatsächlich einen Apfelbaum geschenkt bekommen - einen mit Wurzelballen, zum Mitnehmen! Und das hätte ich einfach nicht mehr geschafft. Mein Koffer war auch so schon unglaublich schwer. Ich hoffe, dein allerliebster Neffe lässt sich von deinen merkwürdigen Warnungen in Zukunftnicht abhalten, meine Bücher zu lesen! So furchtbar anders ist Österreichisch ja auch wieder nicht. Die meisten Wörter, bei denen ich Schwierigkeiten vermute, verkneife ich mir sowieso schon. Im Juni kommt allerdings ein Buch mit ganz vielen Marillen heraus. Das wird wunderbar, ich liebe Marillen. Und zwar die von früher natürlich, als es wirklich noch welche waren. Alles Liebe, Saskia |
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Andrea Karimé Köln, am 9.4.2011 |
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Liebe Saskia, hast du die Rückreise gut hinter dich gebracht? Und einen Apfelbaum bekommen? Tja das würde in der Tat ja sehr schwierig ihn zu pflegen, von Wien aus, oder? Aber törichterweise hätte ich auch gern einen Apfelbaum in Tirol. Was du über die Verkaufsszahlen schreibts ist eine Crux. ich habe gerade die Verlagsabrechnung bekommen und bin schon geschockt. Das Haupthonorar kommt von Nebenrechten, Radio usw. Dass die Bücher wahrgenommen werden, drückt sich nicht im Verkauf aus bei mir. Ich finde es schade. Andererseits bin ich eben einfach keine Autorin die das Zahlenjäckchen zum Schreiben anzieht. Ich schreib schon was ich will. Nur: Gelesen werden solls doch auch! Was also tun? Die Autoren, die sich einem Serienkonzept unterwerfen, haben es da schon besser. Zummindest was die Zahlentierchen angeht mit ihren monetären Kumpels. Meinem kleinen Neffen habe ich erklärt, dass es österreichische Wörter in dem Buch Attila der Angeber geben kann, die er vielleicht nicht verstehen wird. Plötzlich legte er das Buch hin und sagte: Ich nehm das Löwe Buch mit. Ich: Wieso denn? Er: Weil ich kein französisch kann. Ich musste lachen und sparte mir, dass auch im Löwebuch "französiche Ausdrücke" vorkommen. Meine Erklärung schien ihn wirklich -im Prinzip unnötig- verunsichert zu haben. So ist das, wenn man sich ins Kindertun einmischt, weil man meint es besser zu wissen. Jetzt werd ich die neue Figur in den Konflikt stürzen und hoffe sie noch besser kennen zu lernen. Viele Grüße aus dem sonnigen Buchstabenköln, Andrea |
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Saskia Hula Bozen, am 5.4.2011 |
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Liebe Andrea, tja, es ist nicht nur malerisch, es ist auch ziemlich angstrengend. Immerhin decken wir fünf Autoren ganz Südtirol in fünf Tagen ab! Ich war heute jedenfalls schon in Tälern, von denen ich noch nie zuvor gehört habe. Aber der Empfang ist immer extrem herzlich, ich bekomme Wein und Schokolade und Lesezeichen geschenkt, und die Kinder kennen mindestens die Hälfte meiner Bücher. Angeblich hat ein Autor hier sogar schon mal einen jungen Apfelbaum geschenkt bekommen. Ich hoffe für den Apfelbaum, dass ich keinen kriege! Ansonsten ist das eine total nette Runde von Autoren, mit denen ich hier bin. Lauter Leute, denen es mehr um ihre Bücher geht als um ihre Verkaufszahlen. Toll, finde ich. Was deinen Neffen betrifft, finde ich es sehr schön, dass er seinen Alltag in meinem Buch wieder gefunden hat! Seit ich weiß, dass er wochenlang "Garmans Sommer" mit sich herum geschleppt hat, halte ich ihn sowieso für äußerst kompetent, was Kinderliteratur betrifft! Um deine folgsame Figur beneide ich dich natürlich sehr - oder eigentlich um eine Figur, der man nur mehr folgen muss. Aber du hast ja auch eine Menge für sie getan. Außerdem komme ich eh nicht zum Schreiben. Nur zum Lesen. Und jetzt muss ich auch schon wieder ins Bett, damit ich morgen fit bin für Berge und Täler und Apfelbäume ... Alles Liebe, Saskia
PS: Unbestechlich gefällt mir übrigens sehr gut. Es ist übrigens gar nicht so schwer, unbestechlich zu sein. Man sucht sich einfach seine Freunde danach aus, wie einem ihre Texte gefallen. Das klappt dann ganz gut ;-) |
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Andrea Karimé Köln, am 5.4.2011 |
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Liebe Saskia, das klingt wirklich malerisch, dein Frühlingswochenende aber wie ich annehme steigern sich die Sinneseindrücke grad noch. Aber du wirst ja sicher noch berichten. Ich freu mich, dass dir, der unbestechlichen kompetenten Kollegin und Freundin, mein Buch gefällt. Wenn nicht, hättest du das, wie ich sehr gut weiß, ungeschminkt geschrieben, nicht öffentlich natürlich, keinen Verriss, aber du hättest deutlich zum Ausdruck gegeben, dass sie dir nicht gefallen, die Figuren, die Geschichte, dass du vielleicht nichts damit anfangen kannst. Umso erfreulicher ist es also, wenn man dann von dir eine gute Nachricht erhält.
Gestern habe ich mit einer Kollegin, die fürs Radio Kindergeschichten schreibt, darüber gesprochen. Wir waren beide der Ansicht, dass es für Bilderbuchtexte keinen Sinn macht, die Figur so ausgereift zu entwickeln. Oder vielleicht überlegen wir uns eine light version? Für kurze Kindertexte? Am Wochenende war übrigens mein fantasiebegabter sechsjähriger Neffe bei mir und hat in deinem "Löwe und Maus! Buch gestöbert. Besser gesagt: Er hat es meinen großen Stoffkamelen vorgelesen, nachdem er mein Schlafzimmer in eine Wüste aus Kissen und Kamelhaardecken verwandelt hat; Kamelhälse unter den Achseln las er also und schmunzelte hie und da. In der Einleitung, an der Stelle wo der Löwe den ganzen Tag auf dem Sofa sitzt, hielt er inne, dachte nach, grinste und sagte: Wie der Papa! Jetzt wünsche ich dir noch ganz gespannte Kinderohren und eine schöne Zeit in Bozen.
Andrea |
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Saskia Hula Wien, am 2.4.2011 |
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Liebe Andrea, bei mir ging es zwar kurzfristig ins Wochenende mit Wandern und Bärlauch-Schnuppern und Leberblümchen-Bewundern. Aber jetzt heißt es Packen und morgen geht es auf Lesereise nach Bozen. Naja, ich gebe zu, es gibt schlimmere Orte für Lesereisen ;-) Südtirol im Frühling klingt jedenfalls ziemlich schön. Ich hoffe, du hast deine Figur anständig durch die Nacht gebracht, sie entsprechend hofiert, getätschelt und bewundert, so dass sie noch das eine oder andere Stündlein bei dir bleibt! Deinen "Tee mit Onkel Mustafa" habe ich begonnen, und mittlerweile bin ich auch der Meinung, dass Mustafa ganz hervorragend zum Onkel passt. Besser als Hassan, eindeutig! Am liebsten mag ich die Geschichte mit der Kamelprinzessin und so Sätze wie "Sie fühlte sich wie ein fröhlicher Brunnen." Da hast du wieder ein richtig schönes Buch geschrieben! Ich habe gerade die Fahnen für mein neues Buch bekommen und bin sehr glücklich damit. Da ich die Geschichte schon vor ein paar Jahren geschrieben habe, konnte ich mich fast nicht mehr an sie erinnern und war ganz überrascht, wie witzig sie ist. (Kurze Zeit habe ich sogar die Lektorin verdächtigt, dass sie ein paar besonders witzige Stellen verändert hat. Aber das kann ich mir doch nicht vorstellen! Wo sie mich doch sonst wegen jedem Wort fragt! ) So, jetzt wünsche ich dir noch ein produktives Rest-Wochenende mit willigen Figuren! Alles Liebe, Saskia |
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Andrea Karimé Köln, am 31.3.2011 |
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Liebe Saskia, das Wochenende sagt Hallo und ich verbringe den Freitag Abend dennoch mal wieder lieber mit Buchstaben und den scheuen Geschöpfen, denen du beim Schreiben begegnest, besser gesagt, die dir entwischen; ich glaub tatsächlich, ein paar von denen hocken nun bei mir :) Diese ewig Jagd hat auch was Anstrengendes, und manchmal denk ich, dass die scheuen Tiere einfach nur bewundert wollen, und zwar so lang bis sie auf geheimnisvolle Weise Wörter regnen lassen, leider alles nach ihrem Plan. kkkrchsczgrgll!!! Einen Fanbrief aus den Niederlanden? Wahnsinn! Wenn überhaupt, krieg ich nur welche aus Nordrhein Westfalen, also von genau umme Ecke, geschweige denn aus dem Ausland! Also das ist doch dann mal wirklich was! Du wirst einfach immer berühmter! Meine Figur ist übrigens wieder da, sie ist sogar ungeduldig, tappt gegen die Tür; sie hat Gefallen gefunden, an der Aufmerksamkeit, die sie bekommen hat. Also heißt es, ab in das Buchbett.
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Saskia Hula Wien, am 30.3.2011 |
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Liebe Andrea, ja, die Figuren auf der Flucht kenne ich auch gut. Bei mir sind manchmal nicht nur die Figuren auf der Flucht, sondern die ganze Handlung oder das Ende oder die Sinnhaftigkeit der Geschichte an sich ... Ich fühle mich beim Schreiben überhaupt oft, als würde ich ein seltenes und besonders scheues Tier einfangen wollen: Geduldig warten ... ganz leise anschleichen ... den Blick senken, nur nicht hinstarren ... Auf gar keinen Fall darüber reden! ... Und erst im allerletzten Augenblick eine blitzartige Bewegung mit dem Schmetterlingsnetz ... Aber heute fange ich keine Schmetterlinge und auch keine Geschichten mehr ein. Dafür beantworte ich den ersten niederländischen Fanbrief meines Lebens. Erstaunlicherweise habe ich ihn tatsächlich verstanden! Ist gar nicht so schwer, wenn man laut liest. Antworten werde ich allerdings doch lieber auf Deutsch - in der Hoffnung, dass der Transfer umgekehrt genauso klappt. Und die Zeit mit dir war wirklich ausgesprochen nett - freuen wir uns also auf deine nächsten Lesungen in Wien! Alles Liebe, Saskia |
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Andrea Karimé Köln, am 29.3.2011 |
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Liebe Saskia, auch gestern, beim Essen mit dem Verlag, gab es wieder Nudeln. Ein richtiger Nudel- und Buchstabenaufenthalt war das in Wien. So nett ists immer bei dir, da ist es ja schon fast ein Glück, dass die Veranstalter keine Zimmer bezahlen. Die Lesungen waren sehr unterschiedlich. Während bei der einen die Kinder sich kringelig gelacht haben, vor allem über die Skurrilität des Onkel Mustafa, haben bei der anderen lauter Fragezeichen auf den Kinderstirnen gestanden. Ist das nicht urseltsam? Heute sitze ich also wieder am Schreibtisch und versuche die Lebendigkeit des gestrigen Agierens an die Tastatur zu holen, was natürlich nicht einfach ist. Vor allem weil es heute um die Figuren (-wurst) geht. Merkwürdigerweise gehen mir diese trotz ausführlicher schriftlicher Beschreibung immer wieder verloren. Kennst du das? Richtig auf der Flucht ist der Junge, über den ich schreiben will. Mühsam! Sonnige Grüße und Buchstabenkammermusik sendet dir Andrea |
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